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Messe

„Ausgezeichnet und Erlesen“

Der Preis der Leipziger Buchmesse

Kerstin Libuschewski

In der Buchhandlung des Leipziger Verlegers Peter Hinke trafen sich die Jury-Vorsitzende Verena Auffermann und Buchmesse-Direktor Oliver Zille, um die eingereichten Wettbewerbsbücher zu begutachten

Die mit 45.000 Euro dotierte Auszeichnung wird 2010 zum sechsten Mal an herausragende deutschsprachige Neuerscheinungen und Übersetzungen verliehen. Der Freistaat Sachsen und die Stadt Leipzig unterstützen den Preis der Leipziger Buchmesse. Partner ist das Literarische Colloquium Berlin (LCB), Medienpartner sind die Wochenzeitschrift DIE ZEIT und das Magazin BÜCHER.

In diesem Jahr wurden insgesamt 760 Titel eingereicht, die bis zur Buchmesse im März erscheinen sollen. Nun wurden alle Bücher von der Jury gelesen und die Nominierten in den Kategorien Belletristik, Sachbuch/Essayistik und Übersetzung bekanntgegeben.

Bis zum ersten Messetag der Leipziger Buchmesse müssen jedoch alle Ungeduldigen noch ausharren, erst dann wird die Jury die Preisträger in den drei Kategorien küren. Die Preisträger im letzten Jahr waren in der Kategorie Übersetzung Eike Schönfeld für die Übersetzung von Saul Bellows „Humboldts Vermächtnis“ (Kiepenheuer & Witsch), einem todtraurigen, grandios komischen Roman über Literatur, Liebe und Leben, Begierde und Tod. In der Kategorie Sachbuch/Essayistik gewann Herfried Münkler für „Die Deutschen und ihre Mythen“ (Rowohlt Berlin Verlag), weil er so überzeugend und profund an der Deutschen Historie erklärt, warum Politik niemals ohne Mythen auskommen kann. In der Kategorie Belletristik ging der Preis an den Anti-Bulgarien- und Anti-Familienroman „Apostoloff“ von Sibylle Lewitscharoff (Suhrkamp Verlag), die mit fulminantem Sprachspiel die Reise ihrer Protagonisten von Stuttgart-Degerloch ins postkommunistische Bulgarien begleitet.

Die Gewinner des Leipziger Buchpreises 2009: Eike Schönfeld (Übersetzung), Sibylle Lewitscharoff (Belletristik) und Herfried Münkler (Sachbuch/Essayistik)

Welche drei Autoren werden den Preisträgern aus dem letzten Jahr folgen? Werden wir Zeuge von ausgelassenem Jubel oder stiller Hinnahme? Mitten im Messetrubel wird es am 18. März in der Glashalle jedenfalls wieder heißen: „Und der Preis der Leipziger Buchmesse geht an …“ – Wir dürfen also gespannt sein.

Die Nominierten 2010 Kategorie Belletristik: Jan Faktor: „Georgs Sorgen um die Vergangenheit oder Im Reich des heiligen Hodensack-Bimbams von Prag“ (Verlag Kiepenheuer & Witsch) Helene Hegemann: „Axolotl Roadkill“ (Ullstein Verlag) Georg Klein: „Roman unserer Kindheit“ (Rowohlt Verlag) Lutz Seiler: „Die Zeitwaage“ (Suhrkamp Verlag) Anne Weber: „Luft und Liebe“ (S. Fischer Verlag) Kategorie Sachbuch/Essayistik: Michael Hampe: „Das vollkommene Leben. Vier Meditationen über das Glück“ (Carl Hanser Verlag) Steffen Martus: „Die Brüder Grimm. Eine Biographie“ (Rowohlt Berlin Verlag) Ulrich Raulff: „Kreis ohne Meister. Stefan Georges Nachleben“ (Verlag C.H.Beck) Frank Schirrmacher: „Payback: Warum wir im Informationszeitalter gezwungen sind zu tun, was wir nicht tun wollen, und wie wir die Kontrolle über unser Denken zurückgewinnen“ (Blessing Verlag) Wolfgang Ullrich: „Raffinierte Kunst. Übung vor Reproduktionen“ (Verlag Klaus Wagenbach) Kategorie Übersetzung: Ulrich Blumenbach: „Unendlicher Spaß“, aus dem Amerikanischen von Autor David Foster Wallace (Verlag Kiepenheuer & Witsch) Christian Hansen: „2666“, aus dem Spanischen von Autor Roberto Bolaño (Carl Hanser Verlag) Grete Osterwald: „Waltenberg“, aus dem Französischen von Autor Hédi Kaddour (Eichborn Verlag) Rosemarie Tietze: „Anna Karenina“, aus dem Russischen von Autor Lew Tolstoi (Carl Hanser Verlag) Hubert Witt: „Wilner Getto 1941-1944: Biographische Aufzeichnungen“, aus dem Jiddischen von Autor Abraham Sutzkever (Ammann Verlag)

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