Bildung
Buchtipps
Martin Huisman
Yuris Vater erzählt seinem Sohn allabendlich auf dem Balkon wunderbar melancholische Lügengeschichten, in denen er der Star ist, ein toller Hecht, eine Legende. In den sechziger Jahren aus Lettland emigriert, ignorieren Yuris Eltern hartnäckig, dass sie ihren amerikanischen Traum in den Sand gesetzt haben. Um jeden Preis wollen sie im öden Brauereinest Milwaukee heimisch werden. Yuris Vater ist schon mal von Wodka auf Bourbon umgestiegen, seine Mutter pflastert die Wände mit Werbeanzeigen, beide sprechen ausschließlich Englisch, wenn auch ein recht zweifelhaftes, und bemühen sich überhaupt, amerikanischer zu sein als jeder Amerikaner. Nur Yuri scheint irgendwie aus der Art zu schlagen. Seit er sich in die Jungkommunistin Hannah verliebt hat, zitiert er beim Essen neuerdings Marx und Lenin. Für seine Eltern bricht eine Welt zusammen. Trotzdem lassen sie den Sohn seine eigenen Erfahrungen machen. Und das tut dieser auch ausgiebig, bis ein nächtlicher Ausflug mit Hannah, der schlimme Folgen hat, ihn über Nacht erwachsen werden lässt. Und gerade noch rechtzeitig versteht Yuri, dass das Leben wirklich so irre ist, wie sein Vater immer behauptet – und alles, aber auch alles möglich.
Pauls Toutonghi
Die Geschichte von Yuri Balodis und seinem Vater, der eigentlich Country-Star war
Klappenbroschur, 368 Seiten, Rowohlt, 14,90 €
Von Ost nach West – Teil 2Mit 17 hat Alexandra – genannt Sascha – Goldberg schon ein ganzes Leben hinter sich: Sie war Kunststudentin in Moskau (erschwindelter Platz), wurde Mutter einer ungewollten Tochter in Asbest 2, einem Gulag-Außenposten im postsowjetischen Sibirien (grausam), bewarb sich als mail-order-Braut (erfolgreich) und konterkarierte damit die Bemühungen ihrer Mutter, ein respektables Mitglied der „intelligenzija“ aus ihr zu machen (endgültig). Saschas Weg führt aus einem gottverlassenen ex-sozialistischen Kaff in das Land der falschen Verheißungen – über Phoenix Arizona (indiskutable Ehe) nach Chicago (privilegierte Sklavenarbeit) bis nach Brooklyn, wo so was wie Glück endlich greifbar wird.
Für ein Mädchen mit der Anmut eines Elefantenbabys, störrischem Haar und zu dunkler Haut hat Sascha Goldberg aus Asbest 2 ein verblüffend großes Herz und einen geradezu hysterischen Scharfblick auf das Leben in Amerika. Eine unwiderstehliche Komödie. Ein leidenschaftliches, absolut ungewöhnliches Debüt.
Anya Ulinich
Petropolis – Die große Reise der Mailorder-Braut Sascha Goldberg
420 Seiten, dtv premium , 14,90 €
Die gruseligste Homepage des JahresGerade erst ist das Buch auf dem Markt und schon hat es zahlreiche Fans gefunden: Onkel Montagues Schauergeschichten von Chris Priestley begeistern Groß und Klein! Die spannenden Erzählungen lehren jedem das Fürchten und sorgen für beste Unterhaltung. Wer davon nicht genug bekommen kann, der sollte jetzt aufhorchen … Die Homepage zum Buch geht endlich online! Unter www.onkelmontague.de kann der mutige Besucher mit einer Kerze bewaffnet Informationen rund um das Buch und den Autor sammeln.
Onkel Montague lebt allein mit seinem mysteriösen Diener Franz in einem düsteren, alten Haus. Obwohl der Weg zu ihm durch einen unheimlichen Wald führt, besucht Edgar ihn sehr gerne, denn Onkel Montague scheint über einen unerschöpflichen Vorrat an Schauergeschichten zu verfügen. Doch je mehr Edgar von diesen Geschichten hört, desto unbehaglicher wird es ihm zumute. Draußen wird der Nebel immer dichter, im Haus wird es immer kälter, und seltsame Geräusche sind zu hören. Was hat es mit diesen Geschichten auf sich? Woher kennt Onkel Montague sie und warum bewahrt er Gegenstände, die in den Geschichten vorkommen, in seinem Haus auf? Nichts für schwache Nerven! Entdecken auch Sie den Spaß am Fürchten auf die feine englische Art in der Tradition von Edgar Allen Poe und Philip Ardagh und besuchen Sie die gruseligste Homepage des Jahres.
Chris Priestley
Onkel Montagues Schauergeschichten
Ab 10 Jahren, 224 Seiten, Berlin Verlag, 15,90 €
Die deutsche Universität produziert Betonköpfe!Wie lassen sich die Hochschulen neu aufstellen? Gegen den Zeitgeist denken, auf Ideensuche gehen, mit Innovationen überraschen: So müsste die Zukunft der Hochschule aussehen. Denn Deutschlands einziger Bodenschatz sind kreative Köpfe. Aber die haben es an den deutschen Hochschulen besonders schwer. Sie denken anders, gelegentlich ver-rückt, wollen aber ihre Ideen verwirklichen und sich der wissenschaftlichen Kritik aussetzen. Diese Chancen haben innovative Köpfe im Bologna-Studium noch nicht. Stoffhuberei und Prüfungswahn gehören zu den Zutaten der Ver-Bildung an den deutschen Hochschulen. Wolf Wagner macht den Gegenvorschlag: ein Kreativjahr in das Studium einbetten. Der Erfolgsautor von »Uni-Bluff« und ehemaliger Rektor der Fachhochschule Erfurt bringt sein Plädoyer für die kreative Hochschule in »Zehn Regeln« auf den Punkt.
Wolf Wagner
Tatort Universität - Vom Versagen deutscher Hochschulen und ihrer Rettung
broschiert, 192 Seiten, Klett-Cotta, 16,90 €
Bildung
Technische Medien aller Art sind aus dem Alltagsleben von Familien nicht mehr wegzudenken. Wie selbstverständlich scheinen Fernsehen, Video, Computer und Internet, Radio, CD-Player, das Mobiltelefon oder Spielekonsolen in das Leben von Eltern und Kindern hineinzuspielen … mehr
Bildung
Die Kinder- und Jugendliteratur nimmt auch 2010 einen großen Raum auf der Leipziger Buchmesse ein: Der Bereich erstreckt sich in Halle 2 über 25.000 Quadratmeter. Rund ein Viertel der gesamten Buchmessefläche ist damit dem Lesenachwuchs gewidmet. Insgesamt stehen etwa 400 Lesungen, Workshops und Aktionen für Kinder und Jugendliche auf dem Programm … mehr
Bildung
Die frühkindliche und schulische Bildung, insbesondere die Leseförderung, ist eines der zentralen Anliegen der Leipziger Buchmesse … mehr
Bildung
Der „Gemeinschaftsstand Bildung“
Eltern, Lehrer und Erzieher brauchen konkrete Hinweise, welche Bücher, Spiele, Materialien und Computerprogramme es derzeit am Markt gibt, was sie auszeichnet und für welche Altersgruppe sie geeignet sind … mehr
Journal der Leipziger Buchmesse