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Messe

Jauchzet, frohlocket!

Die Leipziger Buchmesse etabliert einen neuen Ausstellungsbereich für Musikverlage

Kerstin Libuschewski

Leipzig ist eine Musikstadt, das zeigt jährlich auch die Eröffnung der Buchmesse

Als Buchstadt ist Leipzig bekannt, als Musikstadt in aller Ohren: Hier steht die Wiege des Musikverlagswesens, hier wirkten über Jahrhunderte berühmte Musiker, Komponisten und Kapellmeister. Jetzt hat die Buchmesse auch einen Bereich Musikverlage etabliert – das passt zum Programm und auch zur Geschichte der Stadt.

Von Telemann und Bach über Mendelssohn, Schumann und Wagner bis zu Mahler, Janáçek und Reger – noch immer lockt das großartige Leipziger Musikleben, das weitaus mehr zu bieten hat als Thomaner und Gewandhausorchester, Gäste aus aller Welt. Was liegt näher, als diese lebendige Tradition für die Buchmesse fruchtbar zu machen? Im März wird Leipzig mit einem neuen Ausstellungsbereich aufwarten: Zum ersten Mal präsentieren sich in Halle 5 auf einer Fläche von annähernd 300 Quadratmetern rund 20 Musikverlage – darunter klangvolle Namen wie Edition Peters, Schott Music oder Breitkopf & Härtel. Buchmesse-Direktor Oliver Zille sieht mittelfristig große Potenziale für das neue Segment: „Wir haben über Jahre Themen wie Hörbuch, Bildung oder die jungen Verlage groß gemacht – mit den richtigen Partnern wird uns das auch im Musikbereich gelingen.“

Ein Anfang, in dem Potenziale schlummern: Der neue Ausstellungsbereich nimmt schon jetzt mehr Fläche ein als die Premiere des Hörbuchschwerpunkts vor elf Jahren. Möglich wurde der Leipziger Vorstoß, weil die Musikmesse Frankfurt als internationale Leitveranstaltung sich im kommenden Jahr erstmals nicht mit dem Leipziger Messetermin überschneidet. Obwohl das neue Segment derzeit vorrangig auf Klassik ausgerichtet ist, kann man sich in Leipzig, Erfolg vorausgesetzt, auch Weiterungen in andere Sparten vorstellen. Mit dem neuen Ausstellungsbereich erhalten nicht nur musikbegeisterte Stammbesucher einen neuen Anlaufpunkt – die Messe öffnet sich konsequent für neue, kulturaffine Zielgruppen. Ansprechen soll der neue Messebereich sowohl Fachbesucher als auch das allgemeine Publikum: Musikliebhaber finden unter anderem Noten und Musikliteratur; das Fachprogramm für Buchhändler widmet sich dem Thema Noten und Tonträger, und Lehrer können sich über Möglichkeiten der musikalischen Früherziehung informieren. Daneben wird das neue Segment auch im Rahmen des Festivals „Leipzig liest“ mit Veranstaltungen an authentischen Orten der Leipziger Musikgeschichte vertreten sein. Leipzig bietet dafür eine wunderbare Bühne – schließlich ist die Dichte historischer Musikstätten in keiner anderen deutschen Stadt so groß wie hier.

Herz der Ausstellungsfläche ist ein Musik-Café des Leipziger Klang Quartiers mit Bach-Archiv, Mendelssohnhaus, Schumannhaus und dem Museum für Musikinstrumente der Universität Leipzig. Fachbesucher und musikalisch Interessierte finden hier einen besonderen Ort der Information und musikalischen Unterhaltung. Ein Intermezzo in der turbulenten Messe-Symphonie, an dem, wir sind sicher, auch Meister Bach seine Freude hätte.

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