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Prozess + Praxis

Integration geht nur gemeinsam

Zukunftswerkstatt an der Jahnschule in Hamm

Gabi Klatt

Die Jahnschule im nordrhein-westfälischen Hamm besuchen besonders viele Kinder mit Zuwanderungsgeschichte. Obwohl das Angebot der Schule sich stets an dem Bedarf der Eltern und Kinder orientiert hat, kam es immer häufiger zu Missverständnissen, Kommunikationsproblemen und „critical incidents“ (kritischen Ereignissen). Die Schule suchte gemeinsam mit an der Schule engagierten Trägern nach Lösungen

Mit der Methode der Zukunftswerkstatt des Friedens- und Zukunftsforschers Prof. Robert Jungk wurde eine Methode gefunden, mit der alle Beteiligten – Eltern, Lehrkräfte, Schulleitung und pädagogische Fachkräfte – gemeinsam und partnerschaftlich an einer Lösung arbeiten konnten.

Die überaus große Beteiligung von Eltern mit Zuwanderungsgeschichte an dieser Veranstaltung ist nicht zuletzt der Informationskampagne einiger im Stadtteil lebender Mitglieder des Integrationsrates zu verdanken, die sich auf den Weg von Haus zu Haus machten und die Familien motivierten.

An einem Samstag trafen sich über 60 Eltern, die Schulleitung, das Lehrerkollegium und Mitarbeiter/innen des offenen Ganztags in der Schule. In gemeinsamer Gruppenarbeit bestritten alle Beteiligten gleichberechtigt und auf Augenhöhe die drei Phasen der Zukunftswerkstatt: die „Kritikphase“, die „Phantasiephase“ und die „Verwirklichungsphase“. Sie befassten sich damit, was in der Vergangenheit schlecht gelaufen war, welche Träume und Wünsche sie hatten und wie man aus den Träumen und Wünschen konkrete, realistische Projekte entwickeln kann, die sich in unmittelbarer Zukunft mit allen Beteiligten verwirklichen lassen. Als ein gemeinsames Ziel von Eltern und allen Fachkräften stellte sich der Wunsch heraus, die Förderung der Kinder in Bezug auf ihre Schullaufbahn und ihre Persönlichkeitsentwicklung zu optimieren. Dazu notwendig waren Strategien zur Verbesserung der Zusammenarbeit und Kommunikation.

Neben vielen anderen kleinen und großen schulbezogenen Projekten, die umgesetzt werden konnten, war die Zukunftswerkstatt ein entscheidender erster Schritt zur Entwicklung des inzwischen etablierten und erfolgreichen Projektes „ELIF – Eltern lernen integratives Fördern“, das in seiner Pilotphase an der Jahnschule startete. Die Zukunftswerkstatt wurde von der Jahnschule mit der Arbeiterwohlfahrt Unterbezirk Hamm-Warendorf und der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Familien aus Zuwandererfamilien (RAA) Hamm realisiert, unterstützt vom Integrationsrat Hamm.

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