Projekte
Neuland in Sicht
Kongress „Arche Nova“: Think-Tank der Bildung
Christian Busse
Den Blickwinkel ändern, neue Perspektiven entdecken: Die Sicht auf die Dinge ist oft entscheidend. Im Festspielhaus Bregenz nutzten die Teilnehmer der Arche Nova 2011 diese Gelegenheit ausgiebig
Gut 1700 Pädagogen machten sich im Oktober bei dieser Zweitauflage nach der 2009er Premiere auf die Suche nach neuen, bisher versteckten Wegen, nach Synergien, Gesprächspartnern und Ideen. Aussteller mit klassischem Lehrmaterial für Schulen? Nicht dort. Dafür Künstler, Wissenschaftler, Politiker und auch Unternehmer.
Beispiel Yakamoz: Die 15-jährige Schülerin hatte kürzlich einen Artikel in der ZEIT. „Ich gehe in die 9. Klasse eines Hamburger Gymnasiums, und ich habe ein Problem: Ich habe kein Leben mehr.“ Der Artikel „Mein Kopf ist voll“ handelt von einem durch die Schule total verplanten Tag, von überbordender Unterrichtsfülle und einer Persönlichkeit, einem Menschen, der dabei auf der Strecke zu bleiben droht. Die 15-jährige Yakamoz hat kontroverse Diskussionen über Effizienz und Ineffizienz an deutschen Schulen angeschoben. Ein guter Grund für die Macher der „Arche Nova Bodensee“, sie auch in Bregenz zu wissen.
Was bleibt?
Untermauert wurden die Zweifel der Schülerin, ob sie es mit einem für sie und andere geeigneten Schulsystem zu tun habe, von zahlreichen Fakten und Forschern. Der Psychologe Thomas Stäbler beispielsweise verglich das System mit „Bulimie-Lernen“ und plädiert für eine radikale Kürzung der Lehrpläne. Analog zu den Erkenntnissen des Hirnforschers Gerhard Roth: „Alle Überprüfungen des Wissens, das junge Menschen fünf Jahre nach Schulabschluss noch besitzen, laufen darauf hinaus, dass das Schulsystem einen Wirkungsgrad besitzt, der gegen Null strebt.“ Nur kritisieren ist einfach – aber wie besser machen? Das zentrale Thema des 2011er Kongresses.
Medien: Steinchen im Mosaik
Tanz, Theater, Kreativität abseits von Lehrplänen und ausgetretenen Pfaden: Ansätze, das zeigten die vielen Fachvorträge, Diskussionen und Unterhaltungen am Rande des Programms, gibt es reichlich. Und eine Gemeinsamkeit, die immer wieder entdeckt wird: nämlich Gemeinsamkeit. So wie im Kölner Genoveva-Gymnasium, dessen Schülerschaft aus 40 verschiedenen Nationen einen Patchwork-Organismus bildet, der mancherorts als kaum zu bewältigen gälte. Dort, in Köln, bedeutet zeitgemäßer Unterricht auch den Einsatz digitaler Formen – aber eben nicht nur. Gemeinsamkeit wird hergestellt durch das Profilfach Tanz. Nationen, Geschlechter, Handicaps werden so zusammengeführt. Ein Konzept, das mit dem Deutschen Schulpreis honoriert wurde.
Das Nachdenken der Vordenker geht weiter. Und oft liegt nur eine kleine Grenze zwischen einer Idee und deren Umsetzung. Vielleicht ist gerade deshalb der Veranstaltungsort im österreichischen Bregenz ideal für einen Verein ADZ, der seine Geschäftsstelle in Hamburg hat. Nur ein schmaler Uferstreifen des Bodensees trennt hier Deutschland von seinem Nachbarland. Grenzen überschreiten. Der nächste Arche-Nova-Kongress soll in zwei Jahren stattfinden.
Projekte
Niemals war der Einsatz von Filmen im Unterricht einfacher als heute: Seit Februar ist die Mediathek des FWU Institut für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht online … mehr
Projekte
Computer und Internet bieten ganz neue Möglichkeiten, um internationale Schulpartnerschaften zu pflegen. Schüler des Hansa-Gymnasi … mehr
Projekte
„Ich bau ’ne Stadt für dich … und für mich“ heißt es in einem Lied der R&B-Sängerin Cassandra Steen. Schüler aus fünf Sekundarschulen in Sachsen-Anhalt haben das in die Tat umgesetzt und sich im Projekt „Jugendliche gestalten Stadt-Raum“ der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) Gedanken darüber gemacht, wie sie ihre unmittelbare Umgebung gestalten würden … mehr
Projekte
Jugendliche haben viele gute Ideen. Doch häufig fehlen Chancen, sie auch in die Tat umzusetzen. Mit Think Big, einem gemeinsamen d … mehr
Journal der Leipziger Buchmesse