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Unterricht

Extrawurst für alle?

Schülerzentrierter und kompetenzorientierter Unterricht als Schlüssel zu erfolgreichen Lernbiografien

Messe Stuttgart / didacta

Jedes Kind, jeder Erwachsene soll seinen Bedürfnissen entsprechend lernen. Was wie eine Utopie klingt, ist in den Schulgesetzen vieler Bundesländer längst vorgeschrieben: Individuelle Förderung lautet der Grundsatz, in dem Politiker und Wissenschaftler den Schlüssel zum Bildungserfolg einer heterogenen Gesellschaft sehen

Alle Kinder und Jugendlichen in ihrer Unterschiedlichkeit und Vielfalt anerkennen, ihre Potenziale erkennen und optimal fördern“: So beschreiben 13 Bundesländer in ihrer Mainzer Erklärung vom Februar 2016 die Leitlinien ihrer Bildungspolitik. Die individuelle Förderung der Leistungs- potenziale des Einzelnen sei der Kernauftrag jeder Bildungseinrichtung – von der Kita über die Schule bis zur Hochschule oder Ausbildungsstätte. Mit ihrer Förderstrategie für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler hat die Kultusministerkonferenz 2010 den schülerzentrierten und kompetenzorientierten Unterricht als bildungspoli- tisches Ziel etabliert. Eine entsprechende Strategie für leistungsstarke Schüler verabschiedete sie 2015.

Der Ansatz steht im Einklang mit den Prinzipien inklusiver Beschulung, zu deren Umsetzung sich die Bundesrepublik mit der 2008 in Kraft getretenen UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet hat. Zudem gilt er als Voraussetzung für die Integration von Geflüchteten und anderen Einwanderern. Besonders Sprachförderung spielt dabei eine Rolle. Dies bedingt zum einen der Grundsatz der Bildungsgerechtigkeit, zum anderen sieht die deutsche Wirtschaft hier mit Blick auf den Fachkräftemangel großes Potenzial.

Kompetenz und Eigenverantwortung

Jeder Schüler braucht seinen eigenen Lernweg und sein eigenes Tempo. Die Erfolgschancen in der Bildung müssen jedoch gleich verteilt sein – so fordert es beispielsweise die KMK

In der Praxis sind strukturelle Veränderungen notwendig, angefangen bei der Ausbildung von Erziehungs- und Lehrpersonen bis zur Qualitätsentwicklung an Schulen. Wie erkenne ich die Begabungen und Herausforderungen eines Kindes? Wie gelingt ein differenzierter Unterricht? Welche digitalen Hilfsmittel können das individuelle Lernen unterstützen? Erzieherinnen, Erzieher und Lehrkräfte brauchen Diagnosekompetenzen und Kenntnisse über individuelle Fördermethoden. Lernfortschritte müssen erfasst und evaluiert werden. Und das Fachpersonal muss umdenken: Nicht das Fach oder ein Klassenziel stehen im Vordergrund, sondern das eigenverantwortliche Lernen und die Kompetenzentwicklung des Einzelnen. Gemeinsame Bildungsziele werden deshalb nicht über Bord geworfen. Das Tempo und der Weg zum Erreichen dieser Ziele unterscheiden sich jedoch.

Langzeitaufgabe

Die Fortschritte bei der praktischen Umsetzung fallen bislang unterschiedlich aus. Eine erste Evaluation der KMK zeigte 2013 bereits Fortschritte, betonte aber auch den Langzeitcharakter der Umstellung. Gut scheint es bereits an Ganztagsschulen zu laufen: Dort bewerteten laut einer Bertelsmann-Umfrage im September 2016 die meisten Eltern die Möglichkeiten der individuellen Förderung positiv. Doch nicht nur innerhalb der einzelnen Bildungseinrichtungen und Lerngruppen ist eine veränderte Haltung notwendig. Auch für reibungslose Übergänge im Laufe einer Bildungsbiografie muss Sorge getragen werden. Nur so kann Chancengleichheit in der Bildung gelingen – jenseits der Utopie.

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