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Schule unterwegs

Lernen in der Natur

NABU und NAJU als Partner für Schulen

Julia Kerber

Anschaulicher als jedes Schulbuch: Die Orga-nisationen NABU und NAJU bieten Schulen Entdeckungstouren und Forschungsprojekte an, bei denen Kinder ab der Primarstufe aktiv an Naturschutz-Maßnahmen mitwirken – und direkt an lebenden Individuen forschen können, wie hier an einer Fledermaus bei der „Batnight“

Zurück zur Natur: Das wird in unserer technisch geprägten, schnelllebigen Welt immer wichtiger. Es ist für Schüler essenziel, die Zusammenhänge in der Natur zu verstehen und ein Gefühl für Schönheit und Schutz von Natur und Tierwelt zu entwickeln, um die Herausforderungen von Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung meistern zu können. Aktiver Natur- und Umweltschutz an außerschulischen Lernorten trägt dazu bei, die biolo-gische Vielfalt unseres Planeten für die nächsten Generationen zu erhalten

Dafür reicht nicht mehr das reine Lehren von naturwissenschaftlichen Fächern, sondern das direkte Erleben, Anfassen, Fühlen, Riechen und Hören von Natur. Der NABU, Naturschutzbund Deutschland e. V., und die Naturschutzjugend NAJU bieten ein umfangreiches Programm attraktiver außerschulischer Aktivitäten und sind für Umweltbildung optimale Partner für Kitas und Schulen.

Bereits im Jahr 1899 wurde der NABU in Stuttgart von Lina Hähnle als „Bund für Vogelschutz“ gegründet. Heute hat die Organisation mehr als 600.000 Mitglieder und Förderer und ist in allen Bundesländern mit etwa 2.000 Orts-, Kreis- und Fachgruppen aktiv. Die NAJU ist die unabhängige, gemeinnützige Jugendorganisation des NABU und mit über 80.000 Mitgliedern der größte Kinder- und Jugendverband in der außerschulischen Umweltbildung und im praktischen Naturschutz. Sie ist mit über 1.000 Gruppen in Deutschland aktiv und vermittelt jungen Menschen fundierte Kenntnisse über die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Funktionsweise von Ökosystemen.

Kitagruppen und Schulklassen können die Umweltstationen des Verbandes als außerschulische Lernorte nutzen, sich bei schulischen Projekten von den Naturschutz-Experten beraten oder sich direkt am Schulort praktisch unterstützen lassen. Attraktiv für Schulklassen sind zum Beispiel Wald-Erlebnis-Ausflüge, Wattexkursionen oder mehrtägige Wildlife-Kurse im Biwakzelt. Um anschließend ein wenig Natur mit zurück in die Schule zu bringen, legen Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den Lehrkräften einen Schmetterlingsgarten auf dem Schulhof an. Oder sie lassen sich bei einem Projekt zur Abfallvermeidung an der Schule beraten.

Zahlreiche Aktionen und Veranstaltungen locken während des gesamten Schuljahres. Der NAJU-Bundesverband bietet eine breite Palette an umweltpädagogischen Materialien an. Lehrkräfte können außerdem an verschiedenen Fortbildungen teilnehmen.

Eine Besonderheit ist das psychotherapeutische Greifvogel-Therapiekonzept „Phönix“ für Kinder und Jugendliche mit Störungsbildern wie ADHS, Angststörungen oder auffälligem Sozialverhalten. Dies bietet die Vogel- und Umweltstation Regenstauf in der Oberpfalz, wo Wildvögel mit Hilfe der Kinder unter Anleitung von Falkner und Therapeuten ausgewildert werden.

Um diese und andere spannende Angebote zu finden, lohnt es sich, genauer im Internet zu recherchieren. Hier ein paar weitere, exemplarische Beispiele:

Entdeckungstouren für junge Forscher

Guck mal, wer da schwimmt: Am Erlebnisteich des Naturschutzzentrums Federsee lernen Kinder das nasse Biotop „hands on“ kennen

Zu den Aufgaben des Naturschutzzentrums Federsee in Baden-Württemberg gehört die Betreuung des größten Moores Südwestdeutschlands, Umweltbildung sowie Landschaftspflege. Es hat jährlich im Schnitt 160 Schulklassen zu Gast. Für alle Schuljahre bietet es vielfältige Ganzjahres-Angebote von Ausstellungen, Themenführungen, Projektraum und Veranstaltungen bis hin zu Fahrradtouren. Inklusionsklassen sind herzlich willkommen. Die gute Infrastruktur mit Vesper- und Spielplätzen eignet sich bestens für große Gruppen. Ein professionelles Team aus 20 festen und freien Mitarbeitenden kann bis zu vier Klassen gleichzeitig betreuen: Zum Service gehört die individuelle Beratung wie Informationen über einen buchbaren Shuttlebus; Führungen und Projekte werden an die Bildungspläne angepasst.

Spielerisch lernen Grundschüler hier auf der Suche nach den sagenumwobenen Moortrollen den Wald und seine Tierwelt kennen oder basteln Kunstwerke und Schmuck aus Naturmaterialien. An einem Forschungsteich gehen Schülerinnen und Schüler einer Mittelstufe mit Unterwasser-Sehrohren auf Entdeckungsreise. Sind die besten „Fanggründe“ ausgemacht, kommen Kescher zum Einsatz. Unter dem Binokular erkennen die jungen Forscher zum Beispiel, wo die Libellenlarve ihre Fangmaske für die Jagd versteckt.

Eine andere Gruppe untersucht die Biologie der Fledermäuse und besucht die Jagdplätze verschiedener Arten. Mit Hilfe des Bat Detectors, einer Ultraschall-Ortung, spüren sie die Tiere auf und beobachten ihre Jagd.

Währenddessen erarbeiten sich Schülerinnen und Schüler einer Oberstufe anhand verschiedener Stationen die Lebensräume Streuwiese, Schilf, Ufer und See. Sie sprechen über die Rolle der Moore im Klimaschutz und die Ökologie des Federseemoores als Lebensraum für seltene Tiere und Pflanzen. So werden die jungen Leute sensibilisiert für Problembereiche wie Entwässerung und Torfzersetzung, aber auch auf Renaturierungsmaßnahmen aufmerksam gemacht.

Ein besonderes Highlight sind die Fahrradtouren für Schulklassen. Eine neun Kilometer lange Strecke führt durch das Naturschutzgebiet „Südliches Federseeried“. Eine weitere Tour von 16 Kilometern verläuft rund um den See mit herrlichem Blick auf die Alpen. Beide Touren führen an naturkundlichen und archäologischen Stationen vorbei.

Klassenfahrt zum Bodensee

Willkommen Wolf: So heißt ein bundesweites NABU-Schülerprojekt zum Schutz des Raubtiers – dessen Bestand langsam wieder wächst, etwa auf dem Truppenübungsplatz Munster in der Lüne- burger Heide, wo dieser Wolf lebt

Unweit der Bodenseemetropole Konstanz erstreckt sich das Naturschutzgebiet Wollmatinger Ried–Untersee–Gnadensee. Die Schönheit der Bodenseeregion lockt eine Vielzahl von Touristen, aber auch Schulgruppen auf Klassenfahrt an den Dreiländersee. Zwischen Badetrubel und kulturellen Sehenswürdigkeiten ist das Wollmatinger Ried ein wichtiger Rückzugsraum für seltene Tier- und Pflanzenarten. Für die Öffentlichkeit ist es daher gesperrt, darf aber unter sachkundiger Führung durch den NABU betreten werden.

Susanne Schuh, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit im Wollmatinger Ried, berichtet, dass viele Schulklassen die Angebote als Bestandteil einer Klassenfahrt nutzen: „Wir sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Landschulheim Konstanz in einer halben Stunde erreichbar. Für Schulklassen und Kindergärten bieten sich Riedführungen, Riedpflege und Beobachtungstreffs an, die speziell auf die Altersgruppe zugeschnitten sind.“

Durch Pfeifengraswiesen und Auwaldgebüsche geht es über einen Bohlenweg vorbei am Brutvogelteich zur Beobachtungsplattform. Hier beobachten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Arten von Wasser- und Watvögeln und lernen, wie der Bodensee entstanden ist.

Wenn sich eine Klasse aktiv für den Naturschutz engagieren möchte, kann sie bei einem Pflegeeinsatz mithelfen: zum Beispiel Mähgut mit der Heugabel abtragen oder die invasive Goldrute bekämpfen. „Wir hatten gerade wieder eine große Aktion unter dem Motto Rechen statt Rechnen, bei der 120 Schüler aus Konstanz mit angepackt haben“, erinnert sich Schuh. „Das kommt bei den Schülerinnen und Schülern sehr gut an. Zunächst sind sie etwas verunsichert und fragen sich, was da wohl auf sie zukommen mag. Aber dann sind sie begeistert!“

Bundesweite Projekte

Die „Große Nussjagd“ ist ein länderübergreifendes Projekt zur Erforschung der Haselmausvorkommen in Deutschland. Kinder, Jugendliche und Schulklassen sammeln fleißig benagte Haselnüsse. Durch die Bestimmung der Fraßspuren können Haselmäuse nachgewiesen und Verbreitungsbilder gezeichnet werden. Ein solcher Einsatz eignet sich nicht nur für eine Themeneinheit im Biologieunterricht, sondern auch für eine Projektwoche.

Für die Primarstufe gibt es einen bundesweiten NAJU-Wettbewerb mit dem Titel „Erlebter Frühling“. Schülerinnen und Schüler entdecken die ersten Frühlingsboten vor dem Schultor und lernen dabei die heimische Artenvielfalt kennen. In den pädagogischen Begleitmaterialien finden Lehrkräfte vielfältige Spiel- und Forschertipps.

Ein weiteres groß angelegtes Projekt des NABU ist aktuell die Kampagne „Willkommen Wolf“, zu der es ebenfalls spannendes Material und Aktionen für jedes Alter gibt.

Weitere Informationen:

www.nabu.de

www.naju.de

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