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Kiga-Gestaltung

„Wasser marsch!“ - Matschanlagen planen und bauen

Astrid Normann

Bei der Neugestaltung des Außenspielbereichs herrscht bei den Kindern große Einigkeit über den Wunsch, eine Matschanlage zu bauen. Mit einem Landschaftsgärtner wird die Idee umgesetzt.

Zunächst fertigten wir aus Pappe ein Modell an. Dann folgten Rücksprachen mit Fachberatung, Träger, Eltern, Kindern und Nachbarn. Viele Wasseranlagen verfügen über einen Knopf, der nur betätigt werden muss und schon fließt das Wasser literweise aus der Pumpe. Wir haben jedoch einen richtigen Brunnen gebohrt (Kasten rechts). Dies kostete am Anfang etwas mehr Geld, andererseits nutzen wir nun schon seit vielen Jahren das kostenlose Brunnenwasser.

Wasser muss erarbeitet werden

Unsere Matschanlage legten wir also so an, dass die Kinder nur unter Einsatz ihrer Körperkraft Wasser befördern können. Nicht jedes Kind schaffte das sofort, manchmal brauchte es auch zwei oder drei Kinder, um den Schwengel zu bedienen. Absprachen und Hilfestellungen waren erforderlich, um an das „kostbare Nass“ zu gelangen.

Jetzt wurden nur noch wenige Utensilien benötigt, um ein „Wasserparadies“ für Kinder zu schaffen. Töpfe, Kannen, Plastikflaschen, Eimer und Trichter in unterschiedlichen Formen und Größen, Drainagerohre und Silofolie. Die Eltern spendeten viele Materialien und anderes haben wir relativ preisgünstig im Baumarkt erstanden. Alles weitere fanden unsere Kinder in der Natur.

Aus Beobachtungen werden Erfahrungen

Am Anfang genügte es den Kindern, das Wasser lediglich nach oben zu pumpen. Hier galt es erst einmal, die richtige Technik zu finden, denn der Schwengel musste in voller Länge durchgedrückt werden, damit nicht nur ein kleines Rinnsal aus der Pumpe lief. Aus der Pumpe floss das Wasser dann in eine Rinne und von dort auf einen Matschtisch. Die Kinder ließen das Wasser über den Matschtisch in den Sand laufen und konnten beobachten, wie schnell es versickerte. Sie begannen, das Wasser zu stauen. Ähnlich einem Deich häuften sie den feuchten Sand am Ende des Tisches. Die Kinder experimentierten, wie viel Sand notwendig ist, um das Wasser am Verrinnen zu hindern, und wie groß der Wasserdruck sein muss, damit der Deich bricht. Mit der individuell formbaren und sehr stabilen Silo-folie konnten die Kinder ihren eigenen Teich im Sandkasten schaffen. Dies bot wiederum den Ausgangspunkt für weitere Experimente. Unterschiedliche Boote aus Papier, Holz oder Rindenstückchen wurden zu Wasser gelassen.

Kinder haben unterschiedliche Zugänge

Unsere Matschanlage bietet inzwischen über Jahre einen großen Raum für Erfahrungen, Entdeckungen und Erfindungen. Wichtig: Eine beobachtende Erzieherin sollte immer in der Nähe sein, wenn Kinder größere Mengen von Wasser stauen, um eventuellen Unfallgefahren (z. B. Ertrinken) vorzubeugen.

Sand in Verbindung mit Wasser ist eines der wertvollsten und idealsten Spielmaterialien für Kinder überhaupt. Jeden Tag können wir beobachten, wie sehr sie das Wasser fasziniert. Einige Kinder toben ausgelassen im Wasser herum, andere springen mit Volldampf in die Wasserpfützen, bis sie von oben bis unten nass sind. Andere Kinder wiederum bauen in aller Ruhe und mit höchster Konzentration Vulkane aus dem Wassersandgemisch und tragen Eimer für Eimer zu ihrem Schaffensplatz, um ihre Vorstellungen kreativ umzusetzen.

Eher „scheue“ Kinder tasten sich langsam heran. Sie mussten vielleicht schon zu viele Verbote über sich ergehen lassen, wie: „Mach dich bloß nicht schmutzig!“ Vom anfänglichen Schauen bis hin zu dem Punkt, die Faszination des Wassers mit dem eigenen Körper mehr und mehr zu spüren, ist es manchmal ein langer, zögerlicher Weg. Wir lassen unseren Kindern bewusst die Zeit, die sie benötigen, um diesen Weg zu gehen – viel mehr braucht es dann nicht, um glücklich zu sein.