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Wettbewerb

Gesundes Konzept

Hannoversche Grundschule gewinnt Deutschen Präventionspreis 2009

Viele Schulen haben nachahmenswerte Wege gefunden, ein gesundes Lernumfeld zu schaffen, in dem sich alle wohlfühlen – Schüler, Lehrer und Eltern. Einige dieser Schulen hat der Deutsche Präventionspreis bei seiner sechsten Austragung prämiert und bekannt gemacht – darunter die Fridtjof-Nansen-Schule in Hannover, die in der Kategorie Halbtags-Grundschule den ersten Platz errang

Unter dem Motto „Gesund aufwachsen“ wurde der Wettbewerb vom Bundesministerium für Gesundheit, der Manfred Lautenschläger Stiftung und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ausgeschrieben. Ein Schwerpunkt lag dieses Jahr in der Förderung der Gesundheitschancen von Kindern aus sozial benachteiligten Familien. Die Siegerschulen „zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass sie Programme und Ansätze der Gesundheitsförderung in einem pädagogischen Konzept so verankern, dass die konkreten Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien berücksichtigt werden“, betonte bei der Preisverleihung in Berlin die Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Prof. Dr. Elisabeth Pott. „Sie beteiligen Kinder an Entscheidungen, bieten ihnen kreative und vielfältige Bewegungsmöglichkeiten, sorgen für eine gesunde Ernährung im Schulalltag, vermitteln Esskultur und ermöglichen darüber hinaus, dass Kinder über das sprechen können, was ihnen auf dem Herzen liegt.“

Lichtblick in trister Umgebung

Das gelingt der Fridtjof-Nansen-Grundschule auf beeindruckende Weise. Und dieser Erfolg ist umso höher einzustufen, als dass die Schule in einem sozialen Brennpunkt liegt: Rund 50 Prozent der Schüler gelten als arm. „Wir können keine so hohen Zahl von Gymnasialempfehlungen vorweisen wie Schulen in gutbürgerlichen Stadtteilen“, sagt Rektor Hermann Städtler, „aber: Unsere Kinder verlassen uns als stabile Persönlichkeiten, die das Leben mögen.“ Das Schulklima wirke sich eben positiv aus.

Die Fridtjof-Nansen-Schule vermittelt den Kindern Lebensfreude, Selbstbewusstsein und Zuversicht – einen gesunden Geist also. Und da dieser nur in einem gesunden Körper wohnt, lernen die Kinder hier auch, was ihr Körper braucht. Bewegung etwa. Die Fridtjof-Nansen-Schule ist eine der „Bewegten Schulen“ in Niedersachsen. Hier beschränkt sich Körpererfahrung nicht allein auf die Sportstunden, sondern bildet ein zentrales Element: Schüler sollen sich viel bewegen. Im Unterricht aller Fächer ebenso wie in den Pausen. Vor allem für jüngere Kinder ist das wichtig angesichts ihres großen Bewegungsdrangs. Die Fridtjof-Nansen-Schule hat sich darauf eingestellt, auch jenseits des Unterrichts. Schüler können ihrem Bewegungstrieb in jeder Pause freien Lauf lassen – und gehen dann konzentrierter in den Unterricht. Das gute Klima wirkt sich auch auf die Pädagogen aus. Sie unterrichten gerne an der Fridtjof-Nansen-Schule, so der Rektor, der Krankenstand liege unter dem anderer Grundschulen.

Du bist, was du isst

Gesunde Ernährung spielt ebenfalls eine wesentliche Rolle in der Fridtjof-Nansen-Schule – in all ihren physischen, sozialen und kommunikativen Dimensionen. Ein gutes Beispiel dafür ist das Elterncafé. Hier kommen Mütter und Väter, die ihre Kinder zur Schule gebracht haben, ins Gespräch – miteinander und auch mit den Lehrern. Sie helfen mit, ein frisches, gesundes Frühstück zuzubereiten, das dann in den Klassen verteilt wird. Die Kinder warten jeden Morgen ungeduldig darauf: Nicht wenige von ihnen kommen ohne Frühstück oder Pausenbrote in den Unterricht, in dem Bewegung und gesunde Ernährung, aber auch die Suchtprävention hohen Stellenwert haben. Die Lehrer schaffen es, diese Themen zu transportieren, denn sie sind authentisch. Grundschullehrer Karsten Heilmann betont: „Nur wer mit sich selbst gesundheitsbewusst umgeht, kann dies den Schülern und ihren Eltern glaubhaft vermitteln.“