Whiteboard-Technik
Am besten testen
Tipps zur Auswahl des richtigen Whiteboards
- Die Hersteller bieten gewöhnlich eine Vor-Ort-Präsentation in der Schule an, bei der ein Firmenvertreter die ganze Bandbreite der Nutzungsmöglichkeiten vorführt. Aber lassen Sie sich nicht verwirren: Sie werden im Unterrichtsalltag höchstens 10 Prozent davon nutzen, und zwar in erster Linie zur Eingabe von Texten, Bildern, Zeichnungen. Daher sollten Sie allzu detailverliebte Vorführer etwas bremsen.
- Legen Sie sich vor der Präsentation zurecht, was Sie wie unterrichten möchten und probieren Sie das Board gezielt daraufhin aus. Versuchen Sie nicht gleich, alle Register zu ziehen, sondern erst einmal ganz normale Tafelbilder oder Folien-Projektionen mit dem Board zu erstellen. Von Ihnen bereits eingesetzte Powerpoint- oder Keynote-Präsentationen können Sie von einem USB-Stick auf den Board-PC laden, um damit herumzuexperimentieren.
- Für den Anfang reicht die Grundausstattung mit Board, PC/Laptop, Beamer und Drucker. Auch ein Internetanschluss sollte vorhanden sein. Falls Computer und Co. bereits angeschafft wurden, erkundigen Sie sich vor der Präsentation nötigenfalls bei Ihrem Administrator nach Konfiguration und Systemleistung der Geräte. Befragen Sie dann den Firmenvertreter, ob diese mit dem Board kompatibel sind und – nur keine Scheu! – es auch Content von anderen Herstellern verarbeitet. Seien Sie misstrauisch gegenüber Insellösungen, die Sie zwingen, alles „aus einer Hand“ zu kaufen.
- Sicher möchten Sie weder Handbuchwälzer studieren noch Lehrgänge besuchen müssen. Testen Sie daher, ob die mitgelieferte Software intuitiv bedienbar ist.
- Achten Sie auf mechanische Robustheit des Boards. Es sollte kratzende Kugelschreiber, Fingerringe oder -nägel schadlos „überleben“ können.
- Ergonomie ist entscheidend. Je größer die Tafel, desto wichtiger, Funktionen direkt am Schreibort einstellen zu können. So bleiben die Wege für die Hand der Schreibenden kurz. Daher sollte das Board fähig sein, Menüs überall einzublenden. Wenn Sie mit Stiften arbeiten: Schalter für „Radiergummi“ oder „Doppelklick“ zum Öffnen von Anwendungen verhindern frühzeitiges Ermüden und belasten den Arm weniger.
- Unabhängig vom Betriebssystem: Die Tafel sollte mauskompatibel sein. D.h., um Linien oder Objekte zunächst nur zu markieren, reicht ein „Darüberstreichen“ mit dem Cursor. Das können Sie selbst testen: Ein Board ist voll mauskompatibel, wenn es alle Windows-Programme bedienen kann, ohne dass die Tafel-Software gestartet ist.
- Wägen Sie ab, ob Sie lieber mit batterielosen oder akkubetriebenen Stiften arbeiten. Batterielose Modelle sind zwar am bequemsten, was die Stromversorgung angeht. Doch sie müssen über ein elektromagnetisches Feld aufgeladen werden, das bestimmte aktive Boards produzieren. Diese verbrauchen mehr Strom als passive Boards, können nicht abgeschirmt werden und erwärmen sich leicht. Die Stifte müssen an der Tafeloberfläche geführt werden und haben meist einen Druckpunkt, der schnelles Schreiben in Druckbuchstaben erschwert. In der Regel sind die batterielosen Stifte einfach gehalten, mit nur einem Seitenschalter und ohne Zusatzfunktionen.
- Vergewissern Sie sich, dass Werkzeuge wie Lineal oder Zirkel an der Tafel einsetzbar sind. Denn oft ist trotz interaktiver Technik „Handarbeit“ zum Darstellen von Parallelverschiebung oder Kreiskonstruktion notwendig.
- Wenn Sie Daten international austauschen möchten, sollten Sie die Kompatibilität Ihrer Tafel beachten. In den USA beispielweise setzt sich für interaktives Arbeiten zur Zeit das Format „ExamView“ durch. Ihr Board sollte also dazu kompatibel sein, wenn Sie mit US-amerikanischen Partnerschulen kooperieren. Die Website http://industry.becta.org.uk/display.cfm?resID=38729 veröffentlich die möglichen (herstellerbezogenen) Austauschformate.
Die Redaktion bedankt sich für die Mithilfe von Roswitha Geigges, Geigges EDV- und Büroorganisation.
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Journal der Leipziger Buchmesse