Whiteboard-Technik
FAQ: Whiteboards
Fragen und Antworten zur neuen Tafeltechnik
Wo sind interaktive Whiteboards schon verbreitet?
In Großbritannien sind bereits 60 Prozent aller Klassenräume mit interaktiven Whiteboards ausgestattet, in Deutschland weniger als fünf Prozent. Ähnlich sieht es in Österreich aus. Die Niederlande, Dänemark und Tschechien treiben derzeit die Ausstattung voran.
Wie funktioniert die Technik?
Ein interaktives Whiteboard besteht aus einem berührungsempfindlichen Bildschirm in der Größe einer Wandtafel, einem PC und einem Beamer. Diese Geräte sind untereinander verbunden, wobei der PC die Daten liefert, der Beamer die Bilder und das Whiteboard die interaktive Arbeitsoberfläche. Empfehlenswert ist außerdem die Vernetzung mit einem Drucker und einer Webcam. Mit dem Whiteboard können Dateien wie Textdokumente und Bilder, aber auch Videos, CD-ROMs, DVDs oder das Internet genutzt werden.
Wie hoch sind die Kosten?
Eine gute, zukunftsfähige Grundausstattung mit PC, Whiteboard und Peripherie kann zwischen 3.000 und 6.000 Euro pro Klassenzimmer zu Buche schlagen, je nach Modell und Extras auch mehr. Einzukalkulieren sind zudem die Folgekosten, etwa für Wartung, Reparatur und Verbrauchsmaterial.
Wie geht interaktives Arbeiten?
Interaktiv bedeutet, dass Schüler und Lehrer auf dem Board mit diesen Dokumenten arbeiten, sie verschieben, kennzeichnen oder eigene Texte handschriftlich einfügen können.
Das Tafelbild kann gespeichert und bei Bedarf wieder aufgerufen werden. Für den Fall, dass ein Kind krank war, kann diesem das interaktive Tafelbild per E-Mail zugeschickt oder bei lo-net2 oder lo-kompakt zur Verfügung gestellt werden.
Welches Material braucht man?
Mit herkömmlicher Office- oder Gestaltungs-Software lassen sich Materialien für ein Whiteboard einfach selbst erstellen. Zum Lieferumfang jedes Whiteboards gehört zudem eine spezielle Software, die vorgefertigte Materialien wie interaktive Weltkarten, Übungen und Bilder enthält.
Einige Schulbuchverlage haben sich bereits auf die zunehmende Zahl von Whiteboards in Schulen eingestellt und ihr Angebot erweitert.
Wie kann man Whiteboards z.B. anwenden?
- Wissensstand prüfen: Im Sachunterricht etwa beginnt die Lehrkraft beim Thema „Deutschlands Bundesländer“ mit einer unbeschrifteten Landkarte auf dem Whiteboard und lässt die Schüler die Ländernamen zuordnen. Die Lehrkraft bekommt so einen ersten Eindruck des Vorwissens der Kinder und regt sie dazu an, die noch offenen Lücken füllen zu können.
- Web-Inhalte nutzen: Filme etwa, die es häufig kostenlos im Internet gibt, und sogenannte Lernwebs können optimal auf dem Whiteboard eingesetzt und für alle gleichermaßen gut sichtbar bearbeitet werden – ein Vorteil insbesondere für Klassen, in denen nur wenige PCs vorhanden sind.
- Schulpartnerschaften pflegen: Zur Ausstattung eines Whiteboards sollte auch eine Webcam gehören. Denn damit lässt sich der Kontakt zur Partnerschule über das Whiteboard als Videokonferenz schalten.
Gibt es Nachteile für das Lernen?
Kritiker bringen vor allem das Argument vor, dass ein Whiteboard den Frontalunterricht wieder fördere, während die Schulen doch eigentlich auf offene Lernformen umstellen sollen. Dabei schließt das eine das andere nicht aus.
Auf die Mischung kommt es eben an – auch bei der Arbeit mit dem Whiteboard. Aber weder darf das digitale Multitalent die Gruppen- oder Partnerarbeit ersetzen noch das Lernen mit anderen Medien wie Lexika oder Sachbüchern verdrängen. Den Unterricht allein auf das Board auszurichten, würde die Lernziele einengen oder sie gar unreflektiertem Medienkonsum opfern.
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