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Einergie + Umwelt

Kampf den Energiefressern

Drei große Felder sind bei der Modernisierung von Schulen zu bestellen: Die Sanie­rung der maroden Gebäude, die Stimulierung einer pädagogischen Architektur und der überfällige ökologische Umbau. Die Schulen können dabei Vorreiter der Gesellschaft werden – und demonstrieren, wie man auch die Schüler verantwortlich daran beteiligt

Mehr als die Hälfte der deutschen Schulgebäude ist dringend energetisch sanierungsbedürftig. Dies betrifft vor allem jene aus den 60er und 70er Jahren. Viele Sanierungsmaßnahmen, die jetzt in Angriff genommen werden, betreffen die gesamten Schulbauten. Dabei geht es um Wärmedämmung, neue Heizanlagen, Umbauten zu Passivhäusern usw.. Die großen Dinge also. Aber viele kleine Dinge können Schulen auch ohne großen Aufwand realisieren. Unsere Tipps zeigen Ihnen, wie das geht.

Wärme-Tipps

Die Temperatur im Klassenzimmer ist oft zu hoch. Idealerweise sollte sie bei 20 Grad liegen. Schon eine Absenkung der Raumtemperatur um ein Grad spart ca. sechs Prozent Energie ein.

Tipp 1: Installieren Sie ein zuverlässiges Thermometer im Klassenraum, um stets die Temperatur kontrollieren zu können.

Tipp 2: Machen Sie eine Langzeittemperaturmessung in einem ausgewählten Klassenraum. Die Geräte (Datenlogger) können Sie bei Umweltbildungszentren oder dem lokalen Energieversorger leihen und damit kontrollieren, ob die Wochenend- und Nachtabsenkung optimal funktioniert.

In vielen Schulen sind die Thermostate abgeschraubt oder festgestellt, damit die Schüler nicht daran herumdrehen. So erziehen Sie Schüler nicht zu einem sinnvollen Umgang mit Energie.

Tipp 3: Klären Sie die Schüler über die Funktion eines Thermostats auf und wählen Sie zwei Thermostat-Wächter, die auf die korrekte Einstellung achten.

In verbrauchter Luft lässt es sich schlecht lernen. Wer aber meint, mit über längere Zeit gekippten Fenstern ließe sich das Raumklima wesentlich verbessern, liegt falsch. Stoßlüften hingegen senkt die Raumtemperatur nur wenig, verbessert aber die Luftqualität langfristig.

Tipp 4: Einmal pro Stunde für zwei Minuten alle Fenster weit öffnen. Am Ende des Unterrichts darauf achten, dass sie wieder geschlossen sind.

Strom-Tipps

Dauerbeleuchtung muss auch mit Energiesparlampen nicht sein, weder im Klassenraum noch im Lehrerzimmer. In Toilettenanlagen können auch Lampen mit Bewegungsmelder Strom sparen.

Tipp 5: „Der Letzte macht das Licht aus!“ Das gilt – vor allem im Winter – auch in der Schule.

Tipp 6: Messen Sie die Beleuchtungsstärke auf den Schülerarbeitsplätzen. Markieren Sie die Schalter der Lichtleisten, die nur bei erhöhtem Lichtbedarf leuchten müssen.

Bei der klassischen Glühlampe werden nur bis zu 10 Prozent der elektrischen Energie in sichtbares Licht verwandelt. Wenn möglich, setzen Sie also Energiesparlampen ein. Es kursiert allerdings noch immer das Gerücht, Energiesparlampen dürfe man nicht so oft an- und ausschalten, da sie dadurch zerstört würden. Stimmt nicht, meint zumindest die Stiftung Warentest. Manche der Lampentest-Probanden könnten Sie 30 Jahre lang jeden Tag 17 Mal an- und ausschalten.

Tipp 7: Verwenden Sie Energiesparlampen mit Vorheizfunktion. Die sind zwar etwas teuerer, halten aber auch den Belastungen beim Ein- und Ausschalten langfristig stand.

Der Stand-By-Modus von Computern, Druckern, Bildschirmen oder Kopierern ist ein echter Stromfresser. Viele Geräte lassen sich inzwischen gar nicht mehr ganz ausschalten. Auch sind die Energiesparfunktionen von Neugeräten oft noch deaktiviert.

Tipp 8: Durch eine schaltbare Steckdosenleiste oder ein spezielles Vorschaltgerät lassen sich die Geräte vollständig vom Stromnetz trennen.

Projekt-Tipps

Zusammen mit dem Hausmeister und einer betreuenden Lehrkraft erstellen die Schüler eine Energiebilanz der Schule, errechnen die momentanen Energiekosten und suchen nach Energie-Lecks. Die kommunalen Energieversorger bieten häufig an, ein Wärmebild (Thermografie) des Schulgebäudes zu erstellen. Anhand dessen können die Schüler erkennen, wo unnötig Wärme verschwendet wird.

Tipp 9: Einfache Maßnahmen – z.B. Isolieren der Heizkörpernischen oder Abdichten der Fenster – können Schüler auf dieser Basis selbst vornehmen.

In den Klassen werden auf freiwilliger Basis Energiemanager gewählt und von der Energie-AG geschult. Hier lernen sie, was Grundbegriffe wie Energieeinheit, Kilowattstunde, CO2-Emission bedeuten und was sie mit dem Klimaschutz zu tun haben. Auf einem Energierundgang mit dem Hausmeister erfahren die Energiemanager, wo die Heizanlage steht und wie sie funktioniert.

Tipp 10: Die Energiemanager reduzieren in den Klassenräumen die Strom- und Wärmeverschwendung.

Mit diesen Maßnahmen können Sie den Energieverbrauch Ihrer Schule um bis zu 25 Prozent senken. Legen Sie einen Startwert fest (z.B. durchschnittlicher Verbrauch der letzten drei Jahre), auf dessen Basis Sie die Einsparungen berechnen können. Und stimmen Sie sich mit Ihrem Schulträger ab. Handeln Sie aus, wieviel der eingesparten Energiekosten in Ihr Schulbudget zurückfließt. In Hamburg z.B. nennt sich dieses Modell „fifty-fifty“.