Schulausstattung
Die Mär vom „Plug and Play“
Erst sachgerechte IT-Administration macht Schul-PCs leistungsfähig
Es war einmal ein Konjunkturpaket II, das bescherte vielen deutschen Schulen frisches Geld für die Ausstattung mit PCs. Das wurde auch Zeit, denn laut OECD-Studie gehört Deutschland zu Europas Schlusslichtern bei der Nutzung von Computern im Unterricht. Und so lautet die Parole: Rechner kaufen, anschließen, wettbewerbsfähig werden.
Doch so einfach ist das natürlich nicht. Jeder, der schon einmal PC und Peripherie, Internetzugang und Mail-Account zuhause installiert hat, stand vor mehr oder weniger großen Problemen, die auch das Manual nicht lösen konnte. Dem technisch Ungeübten hilft dann oft nur ein Hilferuf bei einem Bekannten, der sich „mit sowas auskennt“. Oder bei einer Hotline, die aber oft kaum mehr zustande bringt, als einen Neustart zu empfehlen. Wieviel komplexer ist es dann, Dutzende Computer in einer Schule so zu integrieren, dass sie den Lernzielen dienen und das Arbeiten für Schüler und Lehrer vereinfachen?
Sensibles System
Sicher, an vielen Schulen sind mehr oder minder technikaffine Lehrkräfte (meist aus den MINT-Fächern) abgestellt, neue Geräte einzurichten, zu vernetzen und das Konstrukt dann auch zu betreuen.
Aber je mehr Geräte und Applikationen hinzukommen, desto mehr Zeit verschlingt diese Aufgabe. Zeit, die dann für den Unterricht in jenen mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern fehlt, die doch aber die so begehrten Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert vermitteln sollen. Abgesehen davon, dass unter Zeitdruck und „nebenbei“ administrierte Netzwerke evidente Schwachstellen aufweisen – etwa jene, dass meist nur die betreuende Lehrkraft darüber Bescheid weiß. Fällt diese einmal aus, ist für die Kollegen das Patchwork-System kaum durchschau- und handhabbar. Da hilft auch keine Hotline.
Geld ist nicht alles
Das Problem ist letztlich die Investitionspolitik von Ländern und Trägern. Sie konzentriert sich auf die Beschaffung, lässt aber die Konzeption und Administration einer schulgerechten IT-Architektur weitgehend unberücksichtigt. Dennoch: Schon heute ist vielen Schulleitern und Lehrern klar, dass es künftig ohne externe Hilfe nicht mehr gehen wird.
Und noch etwas wird bei der Ursachenforschung deutlich: Den Investoren fehlt eine klare Sicht darauf, was die Schulen mit den PC-Systemen überhaupt anstellen und wie sie damit ihren Unterricht zukunftsfähig machen sollen. Die Schulen das allein herausfinden zu lassen, ist eine Zumutung – schon wenn man den hohen Altersdurchschnitt vieler Kollegien bedenkt. Sicherlich zeigen AG‘s, Websites von Schulklassen und Beiträge zu Wettbewerben, dass Schulen durchaus in der Lage sind, neue Medien für einen anregenden, modernen Unterricht zu nutzen. Ein Großteil jedoch steht der neuen Technik hilflos bis ablehnend gegenüber – auch weil Medienpädagogik in der Lehrerausbildung bislang nur eine untergeordnete Rolle spielt.
Know-how statt Kaufrausch
Doch zurück zur Technik. Es muss sich die Erkenntnis durchsetzen, dass es nicht darauf ankommt, möglichst viele möglichst starke Rechner anzuschaffen. Denn die nützen ohne eine ganzheitliche, individuelle Konzeption und Pflege der IT-Infrastruktur herzlich wenig. Im Zuge der Ausstattung mit Hard- und Software sollte ein professionelles Fachverfahren für das IT-Management der Schulen obligatorisch sein. Dies bieten zum Beispiel Schulsoftware-Hersteller an, und es kostet Geld. Doch unterm Strich weit weniger als der IT-Betreuung geopferte Unterrichtsstunden. Eine derart präventiv ausgerichtete Investitionspolitik würde die Schulen und Lehrkräfte entlasten und ihnen die Bandbreite von Chancen zeigen, die der PC für das Lehren und Lernen eröffnet. Dann würden auch Vorbehalte und Berührungsängste an den Schulen gegenüber der neuen Technik nachhaltig ausgeräumt. Erst dann wäre unser Schulbildungswesen wirklich bereit, in den Wettbewerb zu treten.
Schulausstattung
Vor Jahren schon wurde in den Medien lautstark das Ende der Kreidezeit eingeläutet. Mit dem Einzug von Computer und Internet sah man die Ära von Tafel, Kreide – mitunter sogar von Buch und Heft – für beendet … mehr
Schulausstattung
Zweckmäßige Präsentationstechnik im Klassenzimmer
Für Kindermann, einem der führenden Anbieter für Präsentations- und Konferenztechnik, steht bei Entwicklung und Auswahl von Produkten immer die Bedienerfreundlichkeit im Vordergrund … mehr
Schulausstattung
Elektronische Wörterbücher: Helfer in Schule und Beruf
Heiß oder heiss, selbstständig oder selbständig? Die EX-word Studie von CASIO, für die forsa im letzten Jahr 1.008 Personen zwischen 14 und 65 Jahren befragte, zeigt Unsicherheiten der Deutschen bei der Rechtschreibung: Auch vier Jahre nach der Rechtschreibreform haben fast die Hälfte der 14- bis 25-Jährigen noch Schwierigkeiten mit Schreibweisen und Kommaregeln … mehr
Journal der Leipziger Buchmesse