Klassenfahrt
Hamburg, meine Perle
Hier atmen Sie die Luft der großen, weiten Welt
Markus Hofmann
Es soll ja Menschen geben, die nur nach Hamburg kommen, um den „König der Löwen“ oder „Sister Act“ zu sehen. Sicher, die Musicals sind ein besonderer Publikumsmagnet, aber nur ein winziger Teil des reichhaltigen Programms, das die Metropole ihren Besuchern bietet. Und selbst, was wir Ihnen hier präsentieren können, sind nur die Kronjuwelen der Stadt. Doch die dürfen auf keinem Hamburg-Trip fehlen!
Das Tor zur Welt: der Freihafen
Der Hamburger Hafen ist Deutschlands größter. Seit Jahrhunderten werden hier Waren aus aller Welt umgeschlagen. Schöne Blicke darauf können Sie zum Beispiel während eines rund halbstündigen Spaziergangs erhaschen, den Sie an den Landungsbrücken in St. Pauli starten. Vorbei am sonntäglich stattfindenden Fischmarkt und an der Fisch-Auktionshalle, gelangen Sie elbabwärts zum Alten Elbtunnel, der für Fußgänger Tag und Nacht geöffnet ist. Am Strand zwischen Övelgönne und Blankenese lassen sich hervorragend die großen Container- und Frachtschiffe beobachten.
Statt zu Fuß zu gehen, können Sie natürlich auch auf der Fähre zur gewaltigen Köhlbrandbrücke an der Süderelbe „anheuern“. Allerdings sollten Ihr Magen seefest sein, denn wenn die oft steife Brise über die Elbe bläst oder ein Schiff passiert, schlagen die Wellen schon mal hoch. Das gilt natürlich auch bei einer Hafenrundfahrt, die man unbedingt erlebt haben muss. Viele urige Touristen-Barkassen liegen ebenfalls entlang der Landungsbrücken vor Anker. Deren Kapitäne vermitteln in typischem Hamburger Schnack viel Wissenswertes über die verschiedenen Hafenbereiche, die ankernden Schiffe, die Docks und die Geschichte des Hafens. Wer tiefer in die Geschichte der Schifffahrt eintauchen möchte, sollte das Museumsschiff Rickmer Rickmers besuchen. Ein besonderes Hafenerlebnis verspricht der alljährlich im Mai gefeierte Hafengeburtstag.
Venedig mal anders: Speicherstadt, HafenCity und Alster
Auch die um 1880 geschaffene Speicherstadt, den Kern des Freihafens, entdecken Sie am besten per Schiff. In von Kanälen und Fleeten durchzogenen Lagerhauskomplexen lagern hier bis heute Schätze aus aller Welt, wie etwa Kaffee und Tee, Hülsenfrüchte und Rum, Rohseide und Orientteppiche. Allerdings nicht mehr in dem Maß wie früher; die Speicherstadt wird immer mehr in ein Wohn- und Geschäftsviertel umgewandelt und schließt sich damit nahtlos an die neu entstandene HafenCity an.
Auch das Gruseln kann man hier lernen: Der Hamburg Dungeon erweckt in makabren Live-Shows die dunklen Kapitel früherer Jahrhunderte zum Leben, etwa die große Choleraepidemie, den Großen Stadtbrand oder die Hinrichtung des Vitalienbruders Klaus Störtebeker.
Wasser ist auch im Stadtzentrum allgegenwärtig. Die Alster lädt ein zum Flanieren auf mondänen Meilen und bietet mit den umliegenden Wiesen willkommene Rastplätze. Die vielen historischen Gebäude und Zeitzeugnisse an der Binnenalster sollten Sie – wie könnte es anders sein – ebenfalls vom Schiff aus erleben. Der Anleger befindet sich am Jungfernstieg. Dessen Name geht auf einen alten Hamburger Brauch zurück: Hier führten an Sonntagen wohlhabende Familien ihre unverheirateten Töchter spazieren. Unser Tipp: Wenn Sie im August nach Hamburg reisen, sollten Sie nicht das Alstervergnügen versäumen.
Über die Kleine Alster gelangt man zum Hamburger Rathaus in der Altstadt. Es lohnt sich, dessen im Stil der Neo-Renaissance erbauten Gemächer wie den Saal der Bürgerschaft, den Kaiser- und den Bürgermeistersaal zu besichtigen.
Weithin sichtbar ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Hamburgs: St. Michaelis, die 1661 fertiggestellte Hauptkirche mit dem 132 m hohen Turm, besser bekannt als Hamburger Michel. Nach 449 Stufen kann man von hier oben eine beeindruckende Aussicht genießen. In einer Höhe von 75 m befindet sich die größte Turmuhr Deutschlands mit einem Durchmesser von acht Metern.
Alternative Szene in den Kiezen
Ein Kontrastprogramm zu den altehrwürdigen Baudenkmälern Hamburgs ist die Sternschanze, ein studentisch geprägtes Szeneviertel. In der Nähe der Universität gelegen, reihen sich hier schräge Clubs, Bars und Boutiquen aneinander. Von hier aus ist es nicht mehr weit zum Veranstaltungsgelände Heiligengeistfeld, wo sich beim Public Viewing zur FIFA Frauen-WM sicher wieder die Fußballfans in den Armen liegen werden.
Etwas verrucht geht es auf der Reeperbahn zu, dem weltbekannten Kiez in St. Pauli. Einst war diese „sündige Meile“ nur eine lange, gerade Bahn, die die Seiler (die sogenannten Reepschläger) für die Herstellung von Schiffstauen brauchten. Heute zieht dieses Party- und Rotlichtviertel mit seinen Diskos, Kneipen, Bars und Clubs Einheimische wie Auswärtige gleichermaßen an. Die Stimmung auf dem Hans-Albers-Platz an lauen Sommerabenden muss man erlebt haben. Wer den Touristentrubel in den bekannten Kiez-Discos wie Große Freiheit 36 und China Lounge vermeiden möchte, pilgert zum Hamburger Berg: In dieser Nebenstraße der Reeperbahn feiern gern die Einheimischen. Sollten Sie dann immer noch nicht müde sein, können Sie das letzte Bier (oder den ersten Kaffee) sonntags morgens ab 6 Uhr auf dem Fischmarkt am Hafen nehmen.
Ein beliebter Hamburger Szenetreff ist auch das Kommunikationszentrum Fabrik mit Veranstaltungen aus den Bereichen Theater, Musik und Literatur, mit Fotolabor, Töpferei, sowie Jugend- und Multimediaraum. In der Kampnagelfabrik begeistern freie Gruppen mit Performances, experimentellem Sprechtheater, Workshops und dem allsommerlichen Theaterfestival.
Museen, Theater & Co.
So breit gefächert wie das alternative Leben ist in Hamburg auch das Angebot der Museen und Galerien: Norddeutschlands Landes- und Kulturgeschichte etwa gibt es im Altonaer Museum, hochkarätige Kunstausstellungen in den Deichtorhallen, eine umfassende Gemäldesammlung in der Hamburger Kunsthalle, angewandte Kunst im Museum für Kunst und Gewerbe.
Das Völkerkundemuseum gibt nicht nur Einblick in die Kulturen und Völker unserer Welt, es hat auch den Anspruch, zur Verständigung der Nationalitäten beizutragen. Das Haus setzt sich mit anderen Sichtweisen auseinander, spiegelt auch unsere eigene Kultur in fremden Augen und bietet Trainingsseminare in interkultureller Kommunikation an. Das Erlebnismuseum BallinStadt Auswandererwelt Hamburg zeigt eindrucksvoll und interaktiv die Geschichte der fünf Millionen Auswanderer, die von Hamburg aus den Weg in ein neues Leben wagten. Lohnenswert ist auch ein Besuch des Gewürzmuseums, des Wachsfigurenkabinetts Panoptikum, des Miniatur-Wunderlands oder von „Dialog im Dunkeln“: eine Ausstellung zur Entdeckung des Unsichtbaren.
Wer Theater liebt, kann in Hamburg nicht nur Musicals schauen, sondern auch das Staatstheater Schauspielhaus, das Thalia-Theater und die mitunter exotischen privaten Bühnen besuchen. Im Planetarium am Stadtpark wirft das derzeit modernste Prjektionsgerät naturgetreu den Sternenhimmel auf Europas größte Planetariumskuppel.
Weitere Infos über die Stadt sowie Links zu Anbietern, Veranstaltern und Unterkünften bietet die Website der Hansestadt Hamburg unter: www.hamburg.de.
Wer die Stadt gern abseits des großen Tourismustrubels entdecken möchte, kann Touren direkt bei Stattreisen Hamburg buchen: www.stattreisen-hamburg.de
Wer den Hafen mit Gruppen näher kennenlernen möchte, für den bietet Maritime Touren spannende Themenrundfahrten. Kontakt: Maritime Touren für Gruppen, Klaus Kowollik
Ruschwedeler Str. 42, 21698 Harsefeld
Tel.: 04164/879525, www.maritime-touren.de
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