Klassenfahrten
Paris einmal anders
Naturwissenschaften in der Stadt der Liebe
Sybille Höhne
So kennt man Paris: Der Louvre mit Glaspyramide
© Paris Tourist Office – Photographe: Marc Bertrand – Architecte: Ieoh Ming Peï
Paris ist auch eine Stadt der Wissenschaft. Die angesehensten Bildungsstätten des Landes befinden sich im Großraum Paris, darunter 17 Universitäten und 75 Hochschulen – allen voran natürlich die um 1200 gegründete Universität von Paris, die Sorbonne. Die älteste Universität Frankreichs ist heute in dreizehn eigenständige Universitäten gegliedert. Die früher königliche, dann kaiserliche, Nationalbibliothek, 1368 gegründet, ist eine der reichsten der Welt. Inzwischen wurde, weil die vorhandenen Gebäude aus allen Nähten platzen, neu gebaut. Am Seine-Ufer entstand in der Neuzeit (1990) das moderne Gegenstück, die neue „Bibliothèque nationale de France“. Sie trägt zu Ehren ihres Initiators den Namen „Bibliothèque nationale François Mitterrand“. Bau und Anlage sind einzigartig. So liegt in der Mitte des 60.000 m² großen rechteckigen Areals ein 12.000 m² großer Garten. Die vier Ecken des Gebäudes grenzen je einen 79 m hohen L-förmigen Turm mit einer durchgehenden Glasfront ab, die ein aufgeschlagenes Buch symbolisieren sollen. Auf einer Stadtrundfahrt können die beeindruckenden historischen Gebäude der Sorbonne und der Neubau der Nationalbibliothek bestaunt werden.
Museen und Ausstellungen
Für die Besucher, die sich neben den obligatorischen Besichtigungspunkten, wie Eiffelturm und Champs-Elysées, Louvre, Montmartre und Schloss Versailles …, für Wissenschaft und Technik interessieren, gibt es in Paris zahlreiche Museen. Das Conservatoire/Musée des arts et métiers in der Rue de Saint-Martin, bereits 1794 gegründet und in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts saniert und umstrukturiert, zeigt interessante technische Erfindungen, wie z. B. das Original des Foucaultschen Pendels. Im Palais de la découverte werden komplexe physikalische und chemische Phänomene und Prozesse von den Mitarbeitern des Museums in Experimenten demonstriert und fachkundig kommentiert.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Besuch in der Cité des sciences et de l’industrie, Stadt der Wissenschaft und der Industrie, im Nordosten von Paris. Das Motto lautet hier: Wissenschaft und Technik zum Anfassen, Gucken, Ausprobieren, Erleben. In den 1980er-Jahren ist dieses gigantische Ausstellungszentrum aus Glas und Stahl auf ca. 55 Hektar des ehemaligen Schlachthofgeländes in La Vilette errichtet worden. Das größte populärwissenschaftliche Museum Europas zieht jährlich mehr als fünf Millionen Besucher an. Besonders für Kinder und Jugendliche bietet die Cité zahlreiche Dauerausstellungen unter anderem zu Themen wie Universum und Raumfahrt, Licht, Biologie, Wasser, das Leben auf der Erde, Biotechnologie, das U-Boot, Mathematik, Transport, Gesundheit u. a. Spektakuläre Ausstellungsstücke laden zum Erkunden ein. Besucher können in einem Airbus-Cockpit Platz nehmen, den TGV bestaunen, durch ein U-Boot klettern, in einen Formel-1-Rennwagen steigen oder das Triebwerk einer Ariane-5-Rakete besichtigen. Die Cité kann man nicht an einem Tag erkunden, denn jede Abteilung hat die Größe eines eigenen Museums. Außerdem beherbergt die Cité neben den Ausstellungen auch eine umfangreiche multimediale Bibliothek, ein Planetarium, ein Aquarium, ein Zentrum für Berufsberatung, Restaurants, Boutiquen und ein Kongresszentrum.
Direkt neben der Cité zieht eine große verspiegelte Kugel mit 36 Meter Durchmesser die Aufmerksamkeit auf sich. Das ist Géode, ein Kino, in dem IMAX-Filme auf einer riesigen 1000 m² großen, Leinwand gezeigt werden. „Die ganze Cité ist der Wahnsinn …“, meinten zum Beispiel die Schüler nach der letzten Klassenfahrt.
WEITERE INFORMATIONEN:
Zu Paris, Sehenswürdigkeiten, Stadtrundfahrten: www.parisinfo.com/
Zu Klassenfahrten: www.schulfahrt.de
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