Reisetipps
Tibet – das Dach der Welt
Ein Besuch in Lhasa
Wer hat ihn nicht schon einmal auf Bildern gesehen, den gewaltigen Potala-Palast in Lhasa – den heute verwaisten Sitz des Dalai Lama? Die strahlend weißen Mauern der majestätischen Anlage beherrschen das Tal von Lhasa. Als eines der wenigen tibetischen Kulturdenkmäler hat der Potala-Palast die chinesische Kulturrevolution nahezu unbeschadet überstanden. Heute steht er Besuchern als Museum offen und gehört für viele Buddhisten zu den wichtigsten Pilgerstätten Tibets, ebenso wie der inmitten der Altstadt von Lhasa gelegene, viergeschossige Jokhang-Tempel. Nicht versäumen sollte der Reisende die direkte Umrundung des Tempels und einen Spaziergang entlang des Barkors, des Pfades, der den gesamten Tempel-Komplex umfasst und durch die verwinkelten Basargassen und Altstadtstraßen von Lhasa führt.
Der legendäre Nam Tso-See
Ein Tagesausflug führt von Lhasa in Richtung Norden zu dem auf 4.718 m Höhe gelegenen Nam Tso – dem „Himmelssee“. Das Ufer des türkisblauen Sees bietet herrliche Ausblicke auf die umliegende Bergwelt und lädt zu wunderbaren Wanderungen rund um das Tashi-Dor-Kloster ein. In der weiten, endlos scheinenden Ebene der Changthang trifft der Reisende häufig auf Nomaden, die hier mit ihren Herden durch das Hochland ziehen.
Das Reiterfest in Nagchu
Höhepunkt einer Reise nach Tibet ist sicherlich der Besuch des alljährlich im August stattfindenden Nagchu-Festivals. Es gilt als größtes Reiterfest in ganz Tibet und bietet eine gute Gelegenheit, die Kultur und Traditionen der tibetischen Nomaden kennenzulernen, die in aufwendig verzierter Kleidung nach der Eröffnungszeremonie und den Segenswünschen der Lamas zu wild anmutenden Wettkämpfen in akrobatischen Reiterspielen und Pferderennen gegeneinander antreten. Ein bunter Markt, musikalische Darbietungen und kleinere, farbenprächtige Umzüge runden dieses besondere Spektakel ab.
Eine Pilgerreise zum heiligen Kailash
In einer der abgelegensten Gegenden dieser Erde finden wir ihn – den „Weltenberg“, den 6.714 m hohen heiligen Kailash, der wegen seiner religiösen Bedeutung nicht bestiegen werden darf. Alljährlich wird die mehr als 50 km lange, rituelle Umwanderung des Kailash für hunderttausende Pilger zum Höhepunkt ihrer beschwerlichen Reise in den Westen des Himalaya. Der Weg ist gesäumt von bunten, im Wind wehenden Gebetsfahnen sowie unzähligen Mani-Steinen und führt an seiner höchsten Stelle über den 5.630 m hoch gelegenen Dolma La Pass, dem spirituellen Höhepunkt einer jeden Umrundung. Das warme Licht traditioneller Butterlampen und der Duft von Räucherwerk, stets begleitet von leise gemurmelten „Om Mani Padme Hum“ Gebetsrufen, wiegt den erschöpften Wanderer spätabends in den Schlaf.
Was nach einer Tibet-Reise bleibt sind unbeschreibliche Erinnerungen an ein faszinierendes Land, an unvergessliche Begegnungen, an einen Himmel, der die Erde zu berühren scheint und der Wunsch, eines Tages noch einmal zurückzukehren auf das „Dach der Welt“.
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