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Berufsorientierung

Universalisten sind gefragt

Brandneu auf dem Ausbildungsmarkt: der Beruf des Geomatikers

Markus Hofmann

Seine Bezeichnung deutet es schon an: Der neu geschaffene Beruf des Geomatikers verknüpft Geowissenschaften mit Informatik – und vereint Inhalte, die zuvor Domänen der Kartografen und Geodäten waren. Die Neudefinition ist eine Konsequenz aus dem rasanten Fortschritt in Erfassung, Verarbeitung und Anwendung von immer differenzierteren Geoinformationen

Wege, Orte, Dimensionen und Strukturen unserer Umwelt erfassen und die Daten in spezifische Anwendungen (meist Kartenwerke) transformieren: Dies waren bisher die Aufgabenbereiche in vermessungstechnischen und kartografischen Berufen. Doch die gibt es in ihrer bisherigen Form nicht mehr. Seit dem 1. August 2010 gilt die Verordnung zur Berufsausbildung in der Geoinformationstechnologie, die diese Disziplinen im Ausbildungsberuf des Geomatikers vereint. Aber nicht nur das, er erweitert sie auch.

Ausbildungsprofil

Eine wichtige Komponente in der Ausbildung sind nun die Geoinformationssysteme (GIS), wie z. B. Luftaufnahmen, Vermessungsergebnisse oder Satellitenbilder. Eine stärkere Bedeutung kommt auch der Medienkompetenz zu, die Geomatiker z. B. für Präsentation und Vermarktung von geodatenbasierten Anwendungen brauchen. Die Ausbildung führt somit zu einem vollkommen neuen Beruf im Öffentlichen Dienst, in Industrie und Handel sowie bei Anwendern von Geoinformationssystemen (GIS).

Die angehenden Geomatiker wenden naturwissenschaftliche und mathematische Grundlagen der Geoinformation an, berücksichtigen berufsbezogene Rechts- und Verwaltungsvorschriften und sie übertragen, sichern, bearbeiten, qualifizieren und visualisieren die GIS-Daten. Auch betriebliche und technische Kommunikation, Qualitätsmanagement und Kundenberatung umfasst die Ausbildung.

Geomatiker/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG). Grundsätzlich ist keine bestimmte Vorbildung für den Lehrbeginn vorgeschrieben. Die meisten Betriebe erwarten aber mindestens den Hauptschulabschluss, manche auch die Fachoberschulreife (Mittlere Reife). Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt. Die Ausbildung endet nach drei Jahren mit bestandener Abschlussprüfung.

Einsatzbereiche

Geomatiker sind Fachleute für Geoinformation und gestalten die Prozesse des Geodatenmanagements.

Sie arbeiten im öffentlichen Dienst oder in privatwirtschaftlichen Firmen der Geoinformationsbranche, beispielweise

  • in Dienststellen des Vermessungs-, Kataster- und Geoinformationswesens,
  • in Betrieben und Verlagen der Kartografie,
  • in Betrieben der Fernerkundung sowie
  • in GIS anwendenden Unternehmen und Instituten.

Darüber hinaus steht zu erwarten, dass künftig in weiteren Anwendungsbranchen der Bedarf an Geomatikern wächst: beispielweise im Bereich der Navigation für Fußgänger, Fahrradfahrer und Sondertransporte durch neue Galileo-Anwendungen, bei Telematik-Applikationen im Warenhandel und technischen Datenverarbeitungen in der Geografie. Neue Tätigkeitsfelder werden sich zudem durch neue EU-Richtlinien ergeben, etwa zur Umwelt- und Nahrungsmittelüberwachung sowie zur CO2-Senkung. Auf globaler Ebene können Geomatiker helfen, die Vorhersage von Naturkatastrophen zu verbessern.

Weitere Informationen:

http://berufenet.arbeitsagentur.de

www.bibb.de

www.geomatiker.info

www.kmk.org

www.planet-beruf.de

www.verdi.de

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