Spezial: Bundesumweltwettbewerb
20 Jahre voller Einsatz für die Umwelt
Mark Müller-Geers
Der BUW fordert junge Leute zwischen 13 und 21 Jahren auf, Ursachen von Umweltproblemen zu erforschen, nach Lösungen zu suchen und deren Umsetzung auf den Weg zu bringen. Meist können sie mit der Themensuche vor der Haustür beginnen und Umweltprobleme aus der eigenen Lebenswelt ins Visier nehmen. Denn die vielfältigen Umweltprobleme betreffen in ihrer Komplexität diverse Lebensbereiche und Handlungsfelder. Dazu zählen neben Naturschutz und Ökologie, Technik, Wirtschaft und Konsum auch Politik, Gesundheit und Kultur. Besonders wichtig ist beim BUW die Verbindung zwischen Theorie und Praxis und somit der Weg vom Wissen zum nachhaltigen Handeln.
20 Jahre BUW
Mit der Wettbewerbsrunde 2009/2010 feierte der BUW sein 20-jähriges Jubiläum. Der Wettbewerb erreicht Schüler nahezu aller Schulformen sowie Jugendliche und junge Erwachsene in Vereinen, beim Zivildienst oder dem freiwilligen ökologischen Jahr.
Seit der ersten bundesweiten Auslobung 1990 konnten mit dem BUW über 5.000 junge Teilnehmer gefördert werden. Mit über 2.000 eingereichten Projektarbeiten haben sich die Nachwuchsforscher der Bewertung durch die Umweltexperten der BUW-Jury und dem Vergleich mit anderen Teilnehmern gestellt. Ein Großteil der Einsendungen kam dabei aus dem gymnasialen Bereich, aber auch Schüler aus Real-, Berufs- und Hauptschulen nahmen erfolgreich am Wettbewerb teil. Insgesamt sind die Arbeiten nicht nur Best-Practice-Beispiele für Umweltprojekte junger Leute. Sie offenbaren auch deren Potenzial, einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag für Umweltschutz, Umweltbildung und nachhaltige Entwicklung in Deutschland leisten zu können.
Von Anfang an war der BUW ein gesamtdeutscher Wettbewerb mit gleichwertiger Akzeptanz in Ost- und Westdeutschland. Heute, im 20. Jahr der deutschen Einheit, ist es besonders schön, das rückblickend festhalten zu können.
Passend dazu erfolgte die diesjährige Preisverleihung ganz zentral in Deutschland: in der Nähe von Duderstadt südwestlich des Harzes im Natur-Erlebniszentrum der Heinz Sielmann Stiftung, einem langjährigen BUW-Partner. Nicht weit davon verläuft die ehemalige innerdeutsche Grenze. Im Schatten der Grenzanlagen war die Natur für viele Jahre sich selbst überlassen. Es entstand ein vielerorts zusammenhängendes, wertvolles Biotop: das „Grüne Band Deutschland“. Dies zu bewahren, hat sich u. a. der Bund für Umwelt- und Naturschutz in Deutschland (BUND) – ein Sponsor und Partner des BUW in der 20. Wettbewerbsrunde – zur Aufgabe gemacht. Dessen Ehrenvorsitzende Prof. Dr. Angelika Zahrnt verlieh auf Gut Herbigshagen den Jahressonderpreis „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt“ (siehe auch S. 16).
Projektthemen
Ein Blick auf die BUW-Projekte aus 20 Wettbewerbsjahren macht neben der Ideenvielfalt einen weiteren Aspekt deutlich: Die Wettbewerbsbeiträge spiegeln immer auch den Zeitgeist jener Jahre wider, in denen sie entstanden sind. Im Bereich Umweltschutz etwa wurde Anfang der 90er-Jahre das „Duale System“ zur Müllentsorgung und die Einführung des „Grünen Punktes“ diskutiert. Entsprechend viele Arbeiten gab es zum Thema Abfallproblematik und Müllvermeidung. In den letzten drei bis vier Wettbewerbsrunden des BUW wurden vermehrt Arbeiten zum Thema Klimawandel, etwa zur Reduzierung des Kohlenstoffdioxid-Ausstoßes eingereicht.
Insgesamt zeigt sich über die Jahre hinweg eine deutliche Zunahme der Themenvielfalt. Konzentrierten sich zu Beginn des BUW die Teilnehmer vorwiegend auf Themen des klassischen Naturschutzes, wurde das Spektrum in den letzten Jahren deutlich breiter. Es umfasst z. B. Produkt- und Produktionsinnovation, neue Messmethoden, Naturschutz und Gesundheit bis hin zu hochspezifischen Umweltthemen aus allen naturwissenschaftlichen Disziplinen. Dies passt zur gesamtgesellschaftlichen Entwicklung. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind schon lange keine Nischenthemen mehr. Sie spielen mittlerweile in nahezu allen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Fragestellungen eine zentrale Rolle. Eine Online-Ausstellung mit Wettbewerbspostern aus 20 Jahren BUW bietet Einblicke in die vielfältigen Projektideen der Wettbewerbsgewinner.
Stetige Weiterentwicklung
Mit der 16. Wettbewerbsrunde 2005/2006 führte der BUW eine neue Kategorie eigens für jüngere Schüler ein: Das Eingangsalter sank von 14 auf 13 Jahre. Seitdem erfolgt die Bewertung in zwei Alterskategorien: BUW I für 13- bis 16-Jährige und BUW II für 17- bis 21-Jährige. Durch diese Aufteilung konnten die Bedingungen für die Teilnahme jüngerer Schüler deutlich verbessert werden. Die Jury kann die Arbeiten nun altersgerechter vergleichen und beurteilen.
Auch international ist der BUW mittlerweile verankert. Seit 2006 treten jedes Jahr aus dem Gewinnerkreis des BUW zwei Teams für Deutschland bei der Internationalen Umweltprojekt-Olympiade in Istanbul (INEPO) an und erzielen regelmäßig gute Platzierungen.
Weitere Informationen:
Spezial: Bundesumweltwettbewerb
Die Sieger der Wettbewerbsrunde 2009/2010
Die Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen BundesUmweltWettbewerbs (BUW) wurden am 17. 09. 2010 in der Heinz Sielmann Stiftung auf Gut Herbigshagen bei Duderstadt für ihre Leistungen geehrt … mehr
Journal der Leipziger Buchmesse