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MINT

Am Puls der Zeit

Neue interessante Berufe auf dem Ausbildungsmarkt

Markus Hofmann

Der technische Fortschritt läuft ungebremst, und der Ausbildungsmarkt zieht nach: Auch 2011 sind wieder einige technische Berufsbilder mit vielfältigen Aufgabenspektren hinzugekommen. Zwei davon stellen wir vor: den Medientechnologen Druck und den Technischen Systemplaner, die sich für Mädchen wie Jungen gleichermaßen eignen

Medientechnologe Druck

Der neue Beruf ersetzt den Beruf des Druckers und erweitert ihn umfassend um eine High-Tech-Komponente, dank der sich diese Fachkräfte vor allem für die Planung und Steuerung hoch automatisierter Druckprozessketten empfehlen. Die Ausbildung ist auf drei Jahre angelegt und erfolgt an den Lernorten Berufsschule und Betrieb. Die Auszubildenden können sich in deren Verlauf auf verschiedene Techniken von A wie Akzidenz-Rollenoffsetdruck bis Z wie Zeitungsdruck spezialisieren.

Wesentliche Ausbildungsinhalte und Voraussetzungen

  • Planen des Ablaufs von Druckaufträgen
  • Einrichten von Druckmaschinen
  • Steuern von Druckprozessen
  • Drucktechnologien und -prozesse
  • Instandhalten von Druckmaschinen
  • betriebliche Kommunikation

Zur Bedienung von Druckmaschinen sind technisches Verständnis, Verantwortungsbewusstsein und gutes Reaktionsvermögen erforderlich. Sehr gutes Farbsehen ist Grundvoraussetzung. Der Beruf wird im Stehen bei häufigem Standortwechsel ausgeübt. Jeder Druckauftrag erfordert individuelles Handeln und damit Flexibilität für neue Aufgaben.

Profil

Medientechnologen Druck sind die Fachleute, die den gesamten Druckprozess steuern und dem Printprodukt das richtige Qutfit verleihen. Die Funktionsabläufe der Maschinen muss man im Kopf und die Mess-, Regel- und Steuertechnik im Griff haben. Klar, dass bei so viel Technik die Druckfarben programmgesteuert dosiert und auf das Papier übertragen werden. Um die originalgetreue Druckwiedergabe von Vorlagen zu erzielen, muss man ein gutes Auge und ein sehr gutes Farbempfinden haben.

Trotz aller Vielfalt in den Produkten und Verfahren gibt es bei den Tätigkeiten der Medientechnologen Druck gemeinsame Nenner. Vor Druckbeginn werden die Druckformen und Druckdaten geprüft. Auch Angaben für das spätere Falzen und Schneiden der Druckbogen müssen stimmen. Das ist wichtig für den Medientechnologen Druckerverarbeitung, der dem Printprodukt das richtige Finish verleiht. Jetzt werden die Druckformen eingespannt, bei Mehrfarbendrucken pro Farbe eine Form. Hier ist Präzision ebenso gefragt wie beim Einstellen der Maschinen.

Das Abstimmen von Farbe und Bedruckstoff ist eine Kernaufgabe. Abhängig vom Printprodukt werden unterschiedliche Bedruckstoffe wie Papier, Karton oder Folien eingesetzt. Die Vielfalt ist riesig. Erst wenn Farbe, Bedruckstoff und Maschine aufeinander abgestimmt sind, gelingt ein guter Druck.

Und der muss von konstant hoher Qualität sein, selbst bei Millionenauflagen. Während des Auflagendrucks messen und prüfen Medientechnologen ständig die Druckqualität, Passgenauigkeit, Farbwerte und Farbdosierung. Um optimale Ergebnisse zu erzielen, dient eine Originalvorlage oder ein Probedruck als Orientierung. Während des Drucks muss laufend das Ergebnis mit der Vorlage und den Kundenvorgaben verglichen werden. Durch das Zusammenspiel aller Komponenten, das Beherrschen der Druckmaschinen aus dem Eff-Eff sowie durch Sorgfalt werden höchste Qualitätsansprüche erfüllt.

(Quelle: Bundesverband Druck und Medien; Stand: 01.08.11)

Technischer Systemplaner

Ebenfalls seit dem 1. August 2011 auf dem Ausbildungsmarkt, ersetzt dieser Ausbildungsberuf den des Technischen Zeichners. Die Ausbildung ist auf dreieinhalb Jahre angelegt. Ab dem zweiten Jahr gliedert sie sich in die Fachrichtungen Versorgungs- und Ausrüstungstechnik, Stahl- und Metallbautechnik sowie Elektrotechnische Systeme.

Je nach gewählter Fachrichtung werden Technische Systemplaner in spezifischen Einsatzbereichen zu finden sein: in Konstruktions- und Planungsbüros der Gebäude-, Lüftungs- und Klimatechnik (Fachrichtung Versorgungs- und Ausrüstungstechnik); in Konstruktions- und Planungsfirmen für den Stahl-, Fassaden- und Metallbau sowie für Feinblechverarbeitung (Fachrichtung Stahl- und Metallbautechnik); in Unternehmen zur Herstellung, Montage und Betrieb von gebäude- und anlagentechnischen Einrichtungen und modernen Energieanlagen (Fachrichtung Elektrotechnische Systeme).

Da viele Steuerungssysteme und Arbeitsmittel (z. B. CAD-Software) oftmals nur in englischer Sprache bedienbar sind, wird in der Ausbildung die fremdsprachliche Qualifikation groß geschrieben. Die Ausbildungsordnung sieht dafür 40 Stunden vor; je nach Bundesland können die Azubis ihre Ausbildung um bis zu wesitere 80 Stunden Fremdsprachenunterricht ergänzen.

Profil

Das gute alte Zeichenbrett ist schon lange out. Die kühne Architektur unserer Zeit verlangt eine schnelle planerische Umsetzung mit modernen technischen Mitteln. Der Computer ist eine wertvolle Hilfe und die richtige Anwendung der Programme absolut notwendig.

Trotzdem müssen auch Computer-Freaks mit Schablonen, Zirkel, Winkelmesser usw. umzugehen wissen.

Aus Skizzen des Architekten entstehen – meist am Bildschirm – akkurate Pläne, mit denen Elektroinstallateure, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer usw. am Bau arbeiten können. Technische Systemplaner wissen, welches Material wie verarbeitet und wo es eingesetzt werden kann und errechnen die jeweils erforderliche Menge. Ihre Pläne enthalten präzise Angaben über Raummaße, Elektro- und Wasserleitungen, Anschlüsse und Platzierung aller in einem Gebäude notwendigen Anlagen. Kein Winkel wird vergessen und kein Detail übersehen – auch nicht in noch so gigantischen Bauwerken.

Zum Schreibtischtäter macht einen dieser Beruf nicht: Ab und zu geht es auf die Baustelle, um zu vermessen, nachzumessen oder zu kontrollieren. Individualität, Kreativität und Verantwortungsbewusstsein sind ebenso gefragt wie Wortgewandtheit für Fachgespräche, die z. B. mit Bauleitern und Architekten zu führen sind.

Die schwerpunktmäßige Qualifikation im Bereich „ Hochbau“, „Ingenieurbau“ oder „Tief-, Straßen - und Landschaftsbau“ verspricht ein Aufgabengebiet mit Perspektiven. (Quellen: KMK; www.berufsinfo.org)

Im high-tech-gestützten Handwerk sind Multitalente gefragt, die ganze Prozessketten durchsteuern können – wie hier in der Druckbranche ...

… oder beim Planen und Ausarbeiten hochkomplexer Systeme für Gebäude- und Versorgungstechnik oder den Metallbau

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