Wissenschaft + Lernen
Schön da draußen
IYA will breites Publikum für Astronomie begeistern
Davon hat Galilei nur träumen können: der Große Refraktor im Atrophysikalischen Institut Potsdam
© Astrophysikalisches Institut Potsdam
Teleskope wie das von Galilei eröffneten den Menschen seither immer neue Blicke in ferne und aufregende Bereiche des Weltalls. Johannes Kepler veröffentlichte im Jahr 1609 seine „Astronomia nova“, eines der bahnbrechendsten Bücher über unser Sonnensystem.
In Erinnerung an diesen großen Fortschritt und an die Bedeutung der Astronomie für die Kultur der gesamten Menschheit erklärte die Vollversammlung der Vereinten Nationen im Dezember 2007 das Jahr 2009 offiziell zum „International Year of Astronomy“ (IYA). Initiiert wurde es von der „International Astronomical Union“ (IAU) und der UNESCO. Für Deutschland begann es am 20. Januar 2009 mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin.
Mit Spaß in die Röhre schauen
Astronomie als allumfassende Wissenschaft ist tief verwurzelt im Kulturerbe der Menschheit. Astrophysikalische Erkenntnisse revolutionieren auch heute unser Weltbild und Verständnis des Universums. Gleichwohl gelten die Wissenschaft und deren Akteure immer noch als leicht verschroben – zu Unrecht, wie das IYA beweisen will. Darum steht die Aktion auch unter einem ganz schlichten Motto: „Das Weltall. Du lebst darin Entdecke es!“
Es soll die Begeisterung für die Astronomie und die Beobachtung des Sternhimmels wecken. Gemeinsam wollen Profi- und Hobbyastronomen auf die Schönheiten des Sternhimmels aufmerksam machen. Im Vordergrund stehen die astronomische Beobachtung und der Wunsch, möglichst vielen Menschen den Sternhimmel durch ein Fernrohr zu zeigen. Daneben soll während des Astrojahrs in den verschiedensten Veranstaltungen die Bedeutung der Astronomie für Kultur und Gesellschaft deutlich werden.
Schwerpunkte des Astrojahres
Die deutschen Initiatoren haben das Jahr 2009 in vier Quartale aufgeteilt:
Januar bis März: Der Blick zum Himmel
Der erste Schwerpunkt des
Internationalen Astronomiejahres galt der astronomischen Beobachtung.
April bis Juni: Astronomie und Kultur
Die Verknüpfung von
Astronomie, Geschichte und Zeitgeschehen stehen im Mittelpunkt des zweiten Quartals.
Konzerte, Ausstellungen und andere kulturelle Ereignisse werden an den
verschiedensten Orten in Deutschland angeboten.
Juli bis September: Weltbilder der Astronomie
Das Bild vom
Universum, seine Entwicklung und seine Ursprünge sind zentrales Thema des dritten Quartals.
Oktober bis Dezember: Astronomie und Schule
Sternkundliche
Kenntnisse und astrophysikalische Zusammenhänge sollen wieder mehr im Unterricht
vertreten sein. Dafür wirbt vor allem das vierte Quartal, in dem auch die Woche der
Schulastronomie (09.–15.11.) stattfinden wird.
Zu jedem Schwerpunkt wird es in ganz Deutschland Veranstaltungen geben. Natürlich in Planetarien, Volkssternwarten und wissenschaftlichen Instituten, aber auch in Museen, Galerien und Konzertsälen. Denn das IYA möchte zeigen, wie inspirierend die Astronomie auch für andere Wissenschaften und die Künste sein kann.
Noch viel zu entdecken
Eingebettet ins Astrojahr ist auch der Strategieplan „Astronet“, nach dem die Wissenschaftler den Geheimnissen des Weltalls auf die Spur kommen wollen. Der Plan definiert vier Haupt-Wissensfragen mit jeweils einigen Unterpunkten, die sich folgendermaßen übersetzen lassen:
A: Verstehen wir die extremen Bereiche des Universums?
- Anfang des Universums
- Dunkle Materie, Dunkle Energie
- Supernovae, Gammablitze
- Akkretion und Materiejets um Schwarze Löcher
- Hochenergie- und Teilchenstrahlung
B: Wie entstehen und entwickeln sich Galaxien?
- Übergang vom undurchsichtigen zum durchsichtigen Universum
- Entstehung kosmischer Strukturen
- Verteilung der chemischen Elemente, Materiekreislauf
- Entstehung der Milchstraße
C: Ursprung und Entwicklung von Sternen und Planetensystemen
- Entstehung von Sternen und Sternsystemen
- Erforschung des inneren Aufbaus der Sterne
- Planetensysteme, Verteilung von Planeten in der Milchstraße
D: Wie passen wir da rein?
- Fundamentale astrophysikalischeProzesse am Beispiel der Sonne
- Veränderlichkeit der Sonne und deren Einfluss auf das irdische Leben
- Dynamische Entwicklung des Sonnensystems
- Gibt es Leben im übrigen Sonnensystem?
Das Astrojahr lädt alle Erwachsenen, Kinder und Jugendlichen ein, selbst dazu Beobachtungen zu machen und Erkenntnisse zu sammeln. Im Internet unter www.astronomy2009.de sind alle Infos zum Astrojahr sowie ein ausführlicher Veranstaltungskalender nach Bundesländern zu finden.
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